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Quarz




In diese Kategorie fallen alle Mineralien die aus Siliciumdioxid (SiO2) bestehen. Es gibt viele Modifikationen von Siliciumdioxid. Quarz ist also eine große Mineraliengruppe. Quarz besteht aus einem Netz von [SiO4]4--Tetraedern. Im Verhältnis sieht es jedoch so aus, dass auf ein Siliciumatom zwei Sauerstoffatome kommen und daher die Formel SiO2. Damit ein Quarzkristall entstehen kann muss eine orthokieselsäurehaltige Lösung übersättigt sein. Diese Lösung kristallisiert unter Wasserabspaltung aus. Orthokieselsäure hat die chemische Formel H4SiO2. In Geoden (Drusen) findet man oft Quarze die auf einer Chalcedonschicht gewachsen sind. Auf dem oberen Bild sieht man die Form eines Idealkristalls. Durch Störungen und Unterbrechungen des Wachstums weichen echte Kristalle von dieser Form ab. Wenn die spitz zusammenlaufenden Flächen (Rhomboederflächen) alle diesselbe Größe besitzen so handelt es sich meistens um einen verzwillingten Kristall. Viele Kristalle sind verzwillingt. Neben verzerrten Quarzen gibt es noch weitere Formen von Quarzen: Fadenquarze, Zepterquarze, Fensterquarze, Sprossenquarze, Sternquarze. Wenn bei einem Stoff das Atom oder Molekül, aus dem es besteht, nur den jeweils nächsten Partner in einer bestimmten Symmetrie anordnen kann, auf die symmetrische Anordnung des übernächsten Partner jedoch keinen Einfluss hat, spricht man von einer Nahordnung. Wenn dieses besagte Atom oder Molekül jedoch auf den nächsten und übernächsten Partner Einfluss hat, so hat auch der erste Partner Einfluss auf seinen übernächsten Partner, also auf den überübernächsten Partner vom ersten Atom oder Molekül, und dadurch kommt es zu einer Symmetrie des Stoffes. Diese Anordnung heißt Fernordnung. Bei den meisten Quarzen gibt es diese Fernordnung und das ist auch der Grund dafür, dass sie aussehen als wären sie geschliffen. Der perfekte Quarz müsste, darüber hinaus, zwei Enden haben, also auf zwei Seiten spitz zusammenlaufen. Die meisten Kristalle können keine zwei Spitzen entwickeln, weil sie Ansatzpunkte haben an denen sie wachsen. Wenn aber ein Kristall liegend wächst oder auf Wasser wächst so können sich zwei Enden entwickeln. Diese Quarzkristalle werden Doppelender genannt. Sie sind eine Rarität und dadurch teurer als normale Kristalle. Quarz kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und hat die Härte 7 auf der Mohsskala. Siliciumdioxid zeichnet sich daher durch einen Schmelzpunkt von 1710 Grad Celsius aus und besitzt einen Siedepunkt von 2230 Grad Celsius. Aufgrund dieser hohen Temperaturresistenz setzt man Quarzglas ein, wenn es darum geht hohen Temperaturen standzuhalten. Der andere Vorteil ist die hohe Säureresistenz, die für eine chemische Verbindung außergewöhnlich ist. Man kann alle Säuren in Quarzglas aufbewahren bis auf Flusssäure (HF). Flusssäure ist ein Halogenwasserstoff und somit ist es der Salzsäure (HCl) sehr ähnlich. Darüber hinaus besitzt Siliciumdioxid auch einen sehr kleinen Ausdehnungskoeffizienten. Das bedeutet, dass es sich bei Temperaturerhöhungen sehr wenig ausdehnt. Das hat z. B. zur Folge, dass bei plötzlicher sehr starker Erwärmung ein Quarzglas nicht kaputt geht wie normales Glas. Reiner Quarz ist farblos und durchsichtig und heißt Bergkristall. Farbige, kristalline Quarze sind z. B. Amethyst (violett), Citrin (gelb), Rauchquarz (braun, schwarz) und Rosenquarz (rosa, größere Kristalle sehr selten). Infolge eingelagerter Fremdstoffe oder radioaktiver Bestrahlung kommt es zu diesen Farben. Es gibt auch Blauquarz (blau), Milchquarz (weiß und undurchsichtig), Aventurin (grün) und Ametrin (Mischung aus Amethyst und Citrin).

Neben den kristallinen Quarzen gibt es auch noch die krypto- und mikrokristallinen Quarze. Diese Quarze bilden keine großen Kristalle aus. Dazu gehören Chalcedon und Achat. Achat gehören zu den Chalcedonen, aber auch er beinhaltet mehrere Varietäten. Wenn man allgemein von Chalcedon spricht so meint man ein bläuliches bis weißes Mineral. Zum Chalcedon gehören, außer den Achaten, Jaspis (rot, gelb, grün), Karneol (braunrot), Chrysopras (grün), Heliotrop (grün), Feuerstein (grauweiß) und viele weitere. Versteinertes Holz und versteinerte Fossilien gehören ebenfalls zum Chalcedon. Dabei werden das Holz oder die Fossilien durch Siliciumdioxid ersetzt, aber ihre Struktur bleibt erhalten. Beim Achat gibt es unterschiedliche Farbschichten, die kreisförmig umeinander herum angeordnet sind. Zum Achat gehören Onyx, Sardonyx, Augen-Achat, Moos-Achat, Dendriten-Achat, Flammen-Achat, Feuer-Achat und viele weitere. Schließlich gibt es noch das Mineral Opal. Auch dieses besteht aus Siliciumdioxid, aber es ist amorph. Durch eingelagertes Wasser schimmert Opal in vielen verschiedenen Farben. Es gibt auch versteinertes Holz und versteinerte Fossilien aus Opal. Durch eingelagerte Fremdstoffe gibt es bei Chalcedon und Opal diese Farbenvielfalt.


Autor und Webmaster: Lukas Czarnecki

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Letzte Änderung: 03.11.2004