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Der Kalte Krieg


Willkommen auf der Homepage des Kalten Krieges. Wenn Sie schon immer etwas über diesen interessanten Zeitabschnitt und die atomare Bedrohung wissen wollten, dann ist das genau die richtige Seite für Sie.

Interviews mit Zeitzeugen


Der Kalte Krieg umfasst die Zeit von 1945 (Ende des 2. Weltkriegs) bis 1991 (Zerfall der Sowjetunion). Nähere Informationen zum 2. Weltkrieg erhalten Sie auf der Homepage über den 2. Weltkrieg. Während dieser Zeit war die Welt in zwei Teile geteilt. Es gab zwei Weltmächte die USA und die Sowjetunion. Die USA repräsentieren den Kapitalismus und die Sowjetunion den Kommunismus. Beide Großmächte hatten in vielen Ländern ihren Einflussbereich und so waren einige Länder kapitalistisch und andere kommunistisch. Der Kapitalismus und der Kommunismus unterscheiden sich ideologisch, wirtschaftlich und politisch. Im Kapitalismus gibt es einen freien Markt, der sich durch Angebot und Nachfrage selbst reguliert. Durch mehr oder weniger Arbeit und Leistung kann im Kapitalismus der Lohn stark variieren. Der Kommunismus ist bestrebt das Privateigentum abzuschaffen und ein gemeinsames, staatliches Eigentum zu schaffen. Desweiteren sieht der Kommunismus vor, dass alle Menschen unter ähnlichen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen leben sollen. Dies bedeutet z. B., dass jeder Mensch ähnlich viel verdient.


Vorgeschichte


Um die Entwicklung des Kommunismus besser zu verstehen muss man ein wenig ausholen. Bis 1917 herrschten die Zaren in Russland doch in diesem Jahr kam es zur Oktoberrevolution und der Zar wurde abgesetzt und getötet. Das Volk wollte kein autoritäres Regime mehr. Die Revolution fand von Seiten der Bolschewiken statt. Der Anführer der Bolschewiken war Wladimir Iljitsch Lenin. Da die Bolschewiken ebenfalls despotisch waren wie die Zaren bildete sich eine Gegenbewegung heraus und zwar die Menschewiken. Sie waren nationalistisch eingestellt. Die Bolschewiken werden auch oft als die "Roten" bezeichnet und die Menschewiken als die "Weißen". Es kam zu einem Bürgerkrieg den die Bolschewiken gewannen. Es entstand die UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken). Die Partei der Bolschewiken hieß KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion). Auch in einigen Ländern Europas und in den USA bildeten sich nach dem 1. Weltkrieg kommunistische Parteien doch nur in Russland konnten sich die Kommunisten durchsetzen. 1924 starb Lenin und, der aus Georgien (Kaukasus) stammende, Jossif Wissarionowitsch Stalin (ursprünglicher Name: Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili) kam an die Macht und wurde somit Generalsekretär der KPdSU. Stalin wollte die Sowjetunion zu einem fortschrittlichen Land machen. Seine Diktatur war jedoch besonders grausam. In den 30er Jahren ließ er Millionen von Menschen ermorden die sich seiner Diktatur in den Weg stellten. Aus Angst um seine Macht ließ er auch viele Parteifunktionäre verbannen, verhaften oder hinrichten. Am 30.1.1933 kam in Deutschland Adolf Hitler an die Macht. Mit Stalin schloss er einen Nichtangriffspakt. Am 1.9.1939 begann Deutschland den 2. Weltkrieg. Nähere Informationen zum 2. Weltkrieg erhalten Sie auf der Homepage über den 2. Weltkrieg. Trotz des Nichtangriffspaktes mit Stalin griff Hitler 1941 die Sowjetunion an. Daraufhin verbündete sich Stalin mit den USA, Großbritannien und Frankreich zu einer Allianz. Nachdem Japan am 7.12.1941 die USA bei Pearl Harbor angegriffen hat erklärten die USA Japan den Krieg. Als es klar war, dass Deutschland den Krieg verlieren würde kam es zu ersten Überlegungen wie die Zeit nach dem 2. Weltkrieg aussehen wird. Bereits 1943 hielten Winston Churchill (britischer Premierminister), Franklin Delano Roosevelt (amerikanischer Präsident) und Stalin in Teheran (Hauptstadt vom Iran) eine Konferenz ab, in der die Aufteilung Europas besprochen wurde. Nach der Landung der Alliierten in der Normandie am 6.6.1944 wurde die Niederlage Deutschlands immer offensichtlicher. Im Oktober 1944 trafen sich Churchill und Stalin in Moskau. Hier gab Churchill Stalin einen Zettel in welchen Ländern Osteuropas die Sowjetunion und in welchen die Westalliierten ihren Einfluss haben werden. Stalin akzeptiere diesen Vorschlag. Im Februar 1945 trafen sich Churchill, Roosevelt und Stalin erneut und zwar in Jalta auf der Halbinsel Krim. Eine Aufteilung Deutschlands in 4 Besatzungszonen (Großbritannien, USA, Sowjetunion, Frankreich) wurde hier beschlossen. Auch die Einflüsse der Siegermächte in anderen Ländern Europas wurden besprochen. Am 8.5.1945 hat Deutschland kapituliert. Im Juli und im August 1945 haben trafen sich Churchill, Truman und Stalin in Potsdam. Nachdem am 12.4.1945 Roosevelt gestorben ist wurde Harry Truman neuer Präsident der USA. Gegen Ende der Konferenz in Potsdam wurde Churchill durch Clement Attlee ersetzt, weil dieser die Wahlen in Großbritannien gewonnen hat. Auf dieser Konferenz wurde die Nachkriegssituation erneut besprochen. Man einigte sich darauf, dass jede Siedermacht aus ihrer Besatzungszone Reparationen entnehmen kann. Die Westmächte wollten auf der Konferenz von Jalta und von Potsdam, dass die Sowjetunion in den Krieg gegen Japan eintritt. Am 16.7.1945, kurz vor der Konferenz von Potsdam, haben die USA die erste Atombombe der Welt in der Wüste von New Mexiko erfolgreich getestet. Die Entwicklung geschah in Los Alamos in New Mexico. Es hieß "Manhattan"-Projekt. Der Leiter dieses Projekts war der Atomphysiker J. Robert Oppenheimer. Es entstand eine Waffe die bis dahin unbekannt war. Sie erreichte eine Temperatur von 15 Millionen Grad Celsius (so heiß wie der Sonnenkern). Am 6.8.1945, wenige Tage nach der Konferenz von Potsdam, wurde die erste Atombombe auf Hiroshima abgeworfen. Japan kapitulierte noch immer nicht und so warfen die USA am 9.8.1945 die nächste Atombombe auf Nagasaki ab. Es starben sofort über 100.000 Menschen. Viele Menschen litten noch jahrelang an den Strahlenschäden und starben z. T. daran. Am 2.9.1945 kapitulierte Japan. Damit ging der 2. Weltkrieg zu Ende.


Die Teilung Europas beginnt


Nach dem 2. Weltkrieg war Europa vollkommen zerstört. Über 20 Millionen Russen sind im 2. Weltkrieg gestorben und die Sowjetunion lag in Trümmern. Großbritannien und Frankreich ging es ebenfalls schlecht. Die USA hingegen standen wirtschaftlich viel besser da als vor dem 2. Weltkrieg. Stalin wollte nun zwischen Deutschland und der Sowjetunion eine Pufferzone schaffen und begann die Kommunisten in den Staaten Osteuropas zu unterstützen. Es gab auch Kommunisten aus verschiedenen Ländern Osteuropas die während des 2. Weltkriegs in der Sowjetunion waren und nun Stalins Pläne in ihren Heimatländern durchführen sollten. Direkt nach dem 2. Weltkrieg waren die kommunistischen Parteien in den osteuropäischen Ländern wie z. B. Polen und Ungarn sehr schwach und konnten die Wahlen nicht gewinnen. Zuerst bildeten die kommunistischen Parteien, zum Schein, Koalitionen mit anders gerichteten Parteien und später wurden die anderen Parteien immer weiter aus der Regierung verdrängt. Politiker anderer Parteien wurden z. B. verhaftet und somit gewannen die Kommunisten die Wahlen wie z. B. 1947 in Polen. Stalin hielt sich jedoch an die Vereinbarung mit Churchill vom Oktober 1944 und unterstützte die Kommunisten nur in den Ländern die laut der Vereinbarung zur sowjetischen Einflusssphäre gehören sollten. Ein Beispiel dafür war Griechenland. Als 1944 die Deutschen aus Griechenland vertrieben wurden hatten die Kommunisten hier sehr großen Einfluss. Großbritannien unterstütze die prowestliche Regierung, aber laut Vereinbarung unterstützte Stalin die griechischen Kommunisten nicht. Es kam zu einem Bürgerkrieg der erst 1949 endete nachdem der jugoslawische Staatschef Marshall Josip Broz Tito die griechischen Kommunisten nicht mehr unterstützte. Laut den Vereinbarungen der Potsdamer Konferenz konnte die Sowjetunion die Grenze zu Polen nach Westen verschieben und auch die deutsch-polnische Grenze wurde nach Westen verschoben. Dadurch mussten sehr viele Menschen umgesiedelt werden. Nach einer besonders aggressiv klingenden Rede von Stalin im Februar 1946 wollten die USA mehr über Stalins Außenpolitik wissen und der amerikanische Diplomat George Kennan in Moskau gab den USA eine Antwort die die US Außenpolitik gegenüber der Sowjetunion bestimmen sollte. Diese Politik wurde "Containment Policy" (Eindämmungs-Politik) genannt. Der sowjetische Einfluss sollte eingedämmt werden. Am 5.3.1946 traf sich Churchill mit Truman in Fulton in Missouri und sagte in seiner Rede, dass Europa nun von einem Eisernen Vorhang durchzogen wird. In Moskau wiederum wurde Churchills Rede als aggressiv angesehen. Im 2. Weltkrieg haben Großbritannien und die Sowjetunion den Iran besetzt, um die Erdölvorkommen vor Deutschland zu schützen. Im März 1946 sollten Großbritannien und die Sowjetunion wieder abziehen doch nur Großbritannien zog ab. Bevor das Ganze eskaliert wäre zog die Sowjetunion kurze Zeit später auch ab. Direkt nach dem 2. Weltkrieg wurden Deutschland und Österreich in 4 Besatzungszonen aufgeteilt (Großbritannien, USA, Sowjetunion, Frankreich). Die beiden Hauptstädte Berlin und Wien wurden gesondert in 4 Besatzungszonen aufgeteilt. Für die erlittenen Verluste wollte die Sowjetunion besonders viele Reparationen und entnahm sie aus ihrer Besatzungszone. Deutschland war direkt nach dem 2. Weltkrieg sehr schwach und die Alliierten überlegten Deutschland schwach zu lassen damit es keine Gefahr mehr darstellt doch am Ende entschieden sich die Alliierten Deutschland wirtschaftlich aufzubauen. Im Rahmen der Entnazifizierung, die die Alliierten in Deutschland durchführten, sollten Personen die im Dritten Reich wichtige Positionen hatten bestraft werden. Wenn es um Deutschland ging konnte zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion keine Einigkeit erzielt werden.


Der Marshallplan


Der Winter 1946/47 war besonders kalt und in Großbritannien musste sogar Brot rationiert werden und die Energieversorgung war ebenfalls ungenügend. Großbritannien beschloss seine Kolonien aufzugeben. Zu nennen wären z. B. Indien, Burma, Sri Lanka und zahlreiche afrikanische Staaten. Außerdem wollte Großbritannien die Hilfe für Griechenland und die Türkei einstellen. Nach Gesprächen mit dem neuen US-Außenminister General George Marshall bat Truman den Kongress, in einer Kongressrede am 12.3.1947, um eine finanzielle Hilfe in Höhe von 400 Millionen US-Dollar für Griechenland und die Türkei. Seine Rede war auch ideologisch und zwar gegen den Kommunismus und sie wird als Truman-Doktrin bezeichnet. Der Kongress stimmte der Finanzhilfe zu. Im März 1947 gab es ein Treffen der vier Außenminister (USA, Großbritannien, Frankreich, Sowjetunion) in Moskau, in dem es um die Situation Deutschlands ging, doch es wurde hier nichts erreicht. Marshall wollte Europa wirtschaftlich aufbauen und unternahm erste Schritte die schließlich zum Marshallplan führen sollten. Der Grund für die Finanzhilfe für Griechenland und die Türkei sowie für den wirschaftlichen Aufbau Europas war der, dass die USA fürchteten, dass sich der Kommunismus in armen Ländern schnell ausbreiten könnte. Eine gute Wirtschaft in Europa würde sich auch auf die USA positiv auswirken, wenn es z. B. um Exporte geht. Am 5.6.1947 hielt Marshall, an der Universität Harvard wo ihm die Ehrendoktorwürde verliehen wurde, eine Rede die den Marshallplan veröffentlichte. Jedes europäische Land konnte im Rahmen des Marshallplans eine finanzielle Hilfe beantragen, also auch die osteuropäischen Länder einschließlich der Sowjetunion. Im Juni 1947 fand in Paris eine Konferenz statt an der die Staaten teilnahmen die am Marshallplan interessiert waren. Stalin traute dem Marshallplan nicht, aber dennoch nahm der sowjetische Außenminister Molotow an der Konferenz teil. Briten die für die Sowjetunion spioniert haben teilten Molotow mit, dass die Westalliierten ein wirtschaftlich starkes Deutschland haben wollten. Dies stand vollkommen im Gegensatz zu dem was sich die Sowjetunion vorgestellt hatte und daher verließ Molotow die Konferenz. Im darauffolgenden Monat fand die Konferenz erneut statt (Juli 1947) doch die Sowjetunion hat allen osteuropäischen Staaten verboten dort hinzufahren und am Marshallplan teilzunehmen, obwohl einige osteuropäische Staaten es unbedingt wollten. Die westeuropäischen Staaten berieten wie der Aufbau Europas aussehen sollte und einigten sich schließlich im September 1947 auf eine gemeinsame Linie. Die osteuropäischen Länder und kommunistische Parteien einiger westeuropäischer Länder formten ein Bündnis namens Kominform. Die Sowjetunion versuchte hier den kommunistischen Parteien den Westen als besonders aggressiv darzustellen. Nach diesem Treffen versuchte die kommunistische Partei Frankreichs mit Arbeiterstreiks Unruhe zu stiften doch im Dezember 1947 kam es zu einer Einigung zwischen den Arbeitern und der Regierung. Die Tschechoslowakei hielt sich an Stalins Verbot und nahm am Marshallplan nicht teil und daher halfen die USA der Tschechoslowakei nicht. 1948 kam es in der Tschechoslowakei zu Machtkämpfen die die Kommunisten gewannen und ab Februar 1948 gehörte die Tschechoslowakei endgültig zum sowjetischen Einflussbereich. Dies war für die USA ein Rückschlag. Die kommunistische Partei in Italien wurde immer stärker und es bestand die Gefahr, dass sie die Parlamentswahlen 1948 gewinnen könnte. Verdeckt unterstützten die USA finanziell die antikommunistischen Parteien in Italien. Auch der Papst und die Kirche riefen gegen die Kommunisten auf und die Christdemokraten gewannen die Parlamentswahlen am 18.4.1948. Jugoslawien wurde nach dem 2. Weltkrieg auch kommunistisch, aber ohne den Einfluss der Sowjetunion. Der jugoslawische Staatschef Marshall Josip Broz Tito machte daher seine eigene Politik und wurde daher 1948 von der Sowjetunion aus dem Kominform ausgeschlossen. Jugoslawien blieb somit kommunistisch, aber es war unabhängig von der Sowjetunion. Am 3.4.1948 stimmte der US-Kongress einer Finanzhilfe in Höhe von 5,3 Milliarden US-Dollar für Europa zu. Kurze Zeit später kamen dann Lebensmittel, Gebrauchsgestände usw. nach Europa. Der wirtschaftliche Aufbau Europas ging bis 1952 und insgesamt wurden, vom US-Kongress, über 13 Milliarden US-Dollar dafür bewilligt.


Die Berliner Blockade


Wie schon erwähnt wurden nach dem 2. Weltkrieg Deutschland und Österreich in 4 Besatzungszonen aufgeteilt (Großbritannien, USA, Sowjetunion, Frankreich). Die beiden Hauptstädte Berlin und Wien wurden gesondert in 4 Besatzungszonen aufgeteilt. Für Deutschland und Österreich wurde jeweils ein Alliierter Kontrollrat eingerichtet in dem die Alliierten gemeinsam über Deutschland und Österreich bestimmten sollten. Berlin war umgeben von der sowjetischen Besatzungzone. In Berlin selbst gab es aber neben einer sowjetischen Zone auch drei westliche Zonen und daher wurden Straßen und Luftkorridore festgelegt über die man die Westzonen Berlins, aus Westdeutschland, erreichen durfte. Berlin war, durch die starken Bombardements im 2. Weltkrieg, sehr zerstört. Auf keiner Konferenz konnten die Westallierten und die Sowjetunion eine Einigkeit bezüglich Deutschland erzielen, denn die Sowjetunion hatte Angst vor einem starken Deutschland. Daher zeichnete sich immer mehr ein geteiltes Deutschland ab. Die Westallierten wollten in Westdeutschland eine Regierung einsetzen und eine Währungsreform durchführen, da die alte deutsche Währung die Reichsmark sehr an Wert verloren hat. 1948 trafen sich Großbritannien, die USA, Frankreich, die Niederlande, Belgien und Luxemburg in London, um über den Wiederaufbau Deutschlands zu sprechen. Die Sowjetunion sah diese Konferenz als weiteren Schritt zur Teilung Deutschlands an und daher verlies der Militärgouverneur der sowjetischen Besatzungszone, Marschall Wassilij D. Sokolowski, am 20.3.1948 den Alliierten Kontrollrat. Somit war nun eine Teilung Deutschlands sicher. Danach hat die Sowjetunion die Regelungen und Kontrollen auf den Transportwegen nach West-Berlin verschärft. Laut den Vereinbarungen der Londoner Konferenz sollte Westdeutschland politisch und wirschaftlich zum Westen gehören. Am 20.6.1948 führten die Westalliierten in Westdeutschland eine Währungsreform durch. Die Reichsmark wurde durch die Deutsche Mark abgelöst. Die Sowjetunion sperrte die Grenze zu Westdeutschland ab und führte in ihrer Besatzungszone ebenfalls eine Währungsreform durch und wollte diese für ganz Berlin durchsetzen. Die Westalliierten wollten das natürlich nicht akzeptieren und am 24.6.1948 schottete die Sowjetunion ganz West-Berlin ab. Damit begann die Berliner Blockade und sofort wurde der Strom in West-Berlin abgeschaltet. Die Westalliierten waren jedoch entschlossen West-Berlin nicht den Sowjets zu überlassen und sie errichteten zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland eine Blockade. Der amerikanische Militärgouverneur für Deutschland General Lucius D. Clay wollte die Berliner Blockade auf militärischem Wege durchbrechen doch die USA wollten keinen Krieg mit der Sowjetunion riskieren und somit wurde stattdessen eine Luftbrücke eingerichtet. Auch General Clay war an der Luftbrücke beteiligt. Aus Westdeutschland flogen amerikanische und britische Flugzeuge (z. B. DC-47 Dakota, DC-54 Skymaster, DC-74 Globemaster) nach West-Berlin, um die Stadt mit Lebensmitteln zu versorgen. Im Laufe der Zeit wurden an einigen Tagen mehrere tausend Tonnen an Lebensmitteln nach Berlin eingeflogen und neben den existierenden Flughäfen Tempelhof und Gatow entstand der Flughafen Tegel. Die USA und Großbritannien hatten Angst, dass sie im Winter 1948/49 die Luftbrücke nicht aufrecht erhalten könnten. Eine wichtige Persönlichkeit in West-Berlin war der Sozialdemokrat Ernst Reuter. Während der Berliner Blockade wurde er zum Bürgermeister von West-Berlin gewählt und setze Alles daran, dass die Westalliierten West-Berlin nicht aufgeben. Ebenfalls appellierte er in vielen Reden an die Westberliner, dass sie die Blockade durchhalten müssen. Die Luftbrücke ging jedoch auch im Winter weiter und auch Kohle zum heizen wurde eingeflogen. 1949 kam es zu Verhandlungen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion. Die Berliner Blockade sowie die Blockade Ostdeutschlands, seitens der Westalliierten, wurden am 12.5.1949 aufgehoben. Die Sowjetunion hat ihr Ziel nicht erreicht, denn es wurde weder die Ostmark, als Währung, in West-Berlin eingeführt noch konnte die Sowjetunion die Westalliierten aus West-Berlin vertreiben. Am 23.5.1949 wurde in Westdeutschland die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gegründet. Am 7.10.1949 wurde in Ostdeutschland die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet. Am 4.4.1949 wurde die NATO (North Atlantic Treaty Organization) von 12 westlichen Staaten gegründet. Die Führungsrolle hatten die USA. Dieses Militärbündnis galt der Verteidigung gegen die Sowjetunion.


Der Koreakrieg


Am 8.8.1945, einen Tag vor dem Abwurf der Atombombe auf Nagasaki, hat die Sowjetunion Japan den Krieg erklärt. Die Sowjetunion marschierte in China ein und befreite die Mandschurei von den Japanern und danach wollte sie Japan auch aus Korea verdrängen. Im Einverständnis mit den USA sollten die Mandschurei und Korea zum sowjetischen Einflussbereich gehören, doch die USA änderten ihre Meinung und wollten nun auch Korea aufteilen. Der 38. Grad nördlicher Breite wurde als Grenze vereinbart. Die Sowjetunion sollte den Norden besetzen und die USA den Süden. Die Sowjetunion hielt sich daran und besetzte nur den Norden Koreas. Erst im September 1945 landeten US-Truppen im Süden Koreas und befreiten den Süden von den Japanern. Die USA setzen Syngman Rhee als Regierungschef in Südkorea. Er war gegen den Kommunismus und hat viele Jahre in den USA gelebt und auch dort studiert. In Nordkorea setze die Sowjetunion Kim Il Sung ein. Während des 2. Weltkriegs war er in der Sowjetunion. Auf beiden Seiten gab es Aufstände und politische Gegner gegen die man brutal vorging. Eine Vereinigung von Nordkorea und Südkorea wurde immer unwahrscheinlicher. Am 15.8.1948 wurde in Südkorea (Hauptstadt Seoul) die Republik Korea ausgerufen und am 9.9.1948 wurde in Nordkorea (Hauptstadt Pjöngjang) die Demokratische Volksrepublik Korea ausgerufen. Syngman Rhee wurde Präsident von Südkorea und Kim Il Sung wurde Ministerpräsident von Nordkorea. 1949 zogen die USA und die Sowjetunion ihre Truppen aus den beiden koreanischen Staaten ab. Kim Il Sung plante nun eine Invasion in Südkorea. Stalin und Kim Il Sung dachten beide, dass Südkorea kein ausreichender Grund für die USA wäre einen Krieg zu beginnen. Die USA hingegen reagierten, auf die nordkoreanische Invasion, sehr schnell und sehr entschieden. Mit dem Einverständnis der Sowjetunion begann am 25.6.1950 eine nordkoreanische Invasion Südkoreas. Es wurde sehr schnell der UN-Sicherheitsrat einberufen und er forderte, dass sich Nordkorea zum 38. Breitengrad zurückziehen sollte. Gleichzeitig wurde auch militärischen Aktionen gegen Nordkorea zugestimmt. Am 28.6.1950 erreichten die nordkoreanischen Truppen Seoul, die Hauptstadt Südkoreas. Der US-Einsatz in Südkorea wurde von dem amerikanischen Kriegshelden, aus dem 2. Weltkrieg, General Douglas MacArthur geleitet. Einige Tage später landeten die ersten US-Truppen in Südkorea in der Nähe von Seoul. Sie hatten jedoch den sowjetischen T-34 Panzern nichts entgegenzusetzen und mussten fliehen. Auch in den nächsten Monaten ging es so weiter, dass die USA nur Rückschläge in Südkorea hinnehmen mussten. Im August 1950 war der größte Teil Südkoreas in nordkoreanischer Hand. Langsam kamen neue US-Truppen in dem unbesetzten Teil Südkoreas an, um die anderen US-Soldaten und die südkoreanischen Soldaten zu unterstützen. Währenddessen bereitete General Douglas MacArthur eine amphibische Operation vor. Am 15.9.1950 landeten US-Truppen in Incheon. Dieser Teil Südkoreas war von Nordkorea besetzt. Bis Ende September 1950 konnten die US-Truppen ganz Südkorea zurückerobern. Anstatt am 38. Breitengrad zu stoppen entschieden sich die USA auch Nordkorea zu erobern, um ein vereinigtes Korea zu schaffen. Außer der US Soldaten gab es auch UN-Truppen im Koreakrieg. Da die UN-Truppen in Nordkorea einmarschiert waren trat China in den Krieg ein. Ende Oktober 1950 fanden die ersten Gefechte zwischen den UN-Truppen und chinesischen Truppen statt. Ende des Jahres 1950 hatten die Chinesen die UN-Truppen aus Nordkorea wieder vertrieben. Im Januar 1951 konnte die chinesische Armee sogar Seoul erneut erobern doch schon im März 1951 wurde Seoul von den UN-Truppen zurückerobert. 1951 kam der Krieg am Boden fast zum Erliegen, aber es wurde in der Luft weitergekämpft. Im Laufe des Jahres 1951 kam es mehrmals zu Verhandlungen über einen Waffenstillstand. Diese Verhandlungen zogen sich über ein Jahr hin. Wichtige Punkte waren der neue Grenzverlauf zwischen Nord- und Südkorea und was mit den Kriegsgefangenen beider Seiten passieren sollte. 1952 gewann General Dwight David Eisenhower die US-Präsidentschaftswahlen. Erst im Juli 1953, nach Stalins Tod am 5.3.1953, trat ein Waffenstillstand in Kraft und damit war der Koreakrieg zu Ende. Die Grenze die vereinbart wurde weicht vom 38. Breitengrad ab. Insgesamt sind Hunderttausende Menschen im Koreakrieg gefallen und beide koreanische Staaten waren sehr stark zerstört.


Angst vor fremden Einflüssen


Die USA hatten Angst vor Kommunisten im eigenen Land. Personen aus wichtigen Bereichen wurden von dem "Senatsausschuss für unamerikanische Umtriebe" vorgeladen, um zu prüfen ob sie keine Kommunisten waren. Das fing bereits in den 40er Jahren an und ging bis in die 50er Jahre hinein. Seinen Höhepunkt erreichte diese Jagd auf vermeintliche Kommunisten als 1950 der Senator Joseph Raymond McCarthy den Vorsitz des "Senatsausschuss für unamerikanische Umtriebe" übernahm. Es gerieten viele Leute aus der Politik, der Wissenschaft, der Filmindustrie und weiteren Bereichen in den Verdacht Kommunisten zu sein. Leute die auch nur im Verdacht standen Kommunisten zu sein wurden verdrängt, so durften z. B. einige Schauspieler nicht mehr auftreten. Einige Personen wurden sogar zu Haftstrafen verurteilt. McCarthys Anschuldigungen waren haltlos und nicht einmal vor George Marshall (Urheber des Marshallplans) machte er halt. Für seine Methoden wurde ihm 1954 der Vorsitz entzogen und seine politische Karriere war damit beendet. Es gab auch einige Prozesse gegen Personen die beschuldigt wurden, während des 2. Weltkriegs, Informationen über den Bau von Atomwaffen an die Sowjetunion weitergegeben zu haben. Einer der wohl bekanntesten Prozesse war der gegen Julius und Ethel Rosenberg. Sie wurden für schuldig befunden und, trotz vieler Proteste, am 19.6.1953 hingerichtet. Es gab jedoch auch viele Amerikaner die dieses Urteil als gerecht empfanden. In der Sowjetunion und ihrem Einflussbereich ging es noch weitaus schlimmer zu als in den USA. Dies geschah zur gleichen Zeit wie die Jagd auf Kommunisten in den USA, also in den 40er Jahren und auch am Anfang der 50er Jahre. In all diesen Ländern wurden Viele Leute die gegen die kommunistischen Regime waren verhaftet und einige auch hingerichtet. Ebenfalls wurden Kommunisten verhaftet die unabhängig von der Sowjetunion sein wollten. So wurde beispielweise dem ungarischen Außenminister László Rajk vorgeworfen, dass er westliche Einflüsse in der kommunistischen Partei Ungarns verbreitet hätte und er wurde zum Tode verurteilt und 1949 hingerichtet. Die Beweise dafür waren gefälscht. Stalin wollte, dass alle Länder in seinem Einflussbereich das tun was er ihnen sagt. Stalin hatte so viel Angst vor einem Putsch gegen ihn, dass er selbst seinen engsten Mitarbeitern misstraute. Bei dem kleinsten Anzeichen für die Gefährdung seiner Macht ließ er diese Leute sofort verhaften und steckte sie in Arbeitslager. Stalin ging ebenfalls gegen Juden vor und zwar mit der Begründung, dass sie bestrebt seien westliche Einflüsse einzubringen. Lawrentij Pawlowitsch Berija, der Chef des NKWD (Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten), war ebenfalls maßgeblich an den Verhaftungen und Hinrichtungen tausender Menschen verantwortlich.


Machtkampf in der Sowjetunion


In der Nacht vom 28.2.1953 auf den 1.3.1953 hat Stalin einen Schlaganfall erlitten. Trotz ärztlicher Hilfe starb er am 5.3.1953. Es war unklar wer nun Stalins Nachfolger werden würde und daher brach ein Machtkampf in der Sowjetunion aus. Damit niemand mehr alleine so viel Macht haben konnte wie Stalin wurde eine kollektive Führung der Sowjetunion beschlossen. Georgij Maksimilianowitsch Malenkow wurde Ministerpräsident und übte damit das höchste Amt aus. Berija wurde stellvertretender Ministerpräsident. Zu dieser kollektiven Staatsführung gehörte auch Nikita Sergejewitsch Chruschtschow. Ab diesem Zeitpunkt gab es spürbare Verbesserungen in der Sowjetunion. Viele politische Gefangene, die zu Stalins Zeit eingesperrt wurden, wurden freigelassen. Außerdem wollte die Sowjetunion ihre Beziehungen zum Westen verbessern. Die USA trauten dem nicht so ganz. In anderen kommunistischen Ländern ging es weiterhin so zu wie in der Sowjetunion zu Stalins Zeiten. In Ostdeutschland war Walter Ulbricht an der Macht. Dieser hat den 2. Weltkrieg in der Sowjetunion verbracht und wollte Stalins Pläne in Ostdeutschland weiterhin verfolgen. Ähnlich der NKWD in der Sowjetunion gab es in Ostdeutschland die Stasi (Ministerium für Staatssicherheit) die ebenfalls gegen Personen vorging die gegen das ostdeutsche Regime waren. Die Sowjetunion verlangte von ihm eine liberalere Politik doch er wollte die Industrie immer weiter ausbauen und die Arbeiter mussten immer mehr leisten. Dies führte am 17.6.1953 zu Streiks in ostdeutschen Städten welche sich nicht nur gegen die Arbeitserhöhung richteten, sondern auch gegen die gesamte Politik in Ostdeutschland. Der amerikanische Radiosender RIAS in West-Berlin rief ebenfalls zu den Streiks auf. Berija ließ die Streiks jedoch mit sowjetischen Panzern niederschlagen und viele Arbeiter kamen dabei zu Tode. Nach dieser Tat sind einige sowjetische Politiker auch Chruschtschow zu dem Entschluss gekommen, dass Berija, so wie Stalin, allein herrschen wollte. Daraufhin wurde Berija beschuldigt für den Westen zu arbeiten (was nicht stimmte), schuldig gesprochen und am 23.12.1953 hingerichtet. Zunehmend verdrängte Chruschtschow auch Malenkow aus der Regierung. Chruschtschow verbesserte auch die Beziehungen zu China welches ebenfalls kommunistisch war. Seit dem Ende der 20er Jahre bekämpften sich in China die nationalistischen Kuomintang unter der Führung von Chiang Kai-shek und die Kommunisten unter der Führung von Mao Tse-tung. 1931 besetzte Japan die Mandschurei. Die Kommunisten Chinas (Rote Armee) leisteten Japan Widerstand wodurch sie an Popularität gewannen. 1937 besetzte Japan Teile von Nordchina. Während des 2. Weltkriegs kämpften beide Parteien gegen Japan. Nach dem 2. Weltkrieg kam es in China zu einem Bürgerkrieg den die Kommunisten gewonnen haben. Chiang Kai-Shek und seine Regierung mussten nach Taiwan fliehen. Am 1.10.1949 wurde die Volksrepublik China gegründet. Mao Tse-tung war der erste Präsident der Volksrepublik China bis er 1959 sein Amt niedergelegt hat. Die USA waren entsetzt als am 1.10.1949 die Volksrepublik China ausgerufen wurde. Sie hatten auf ein China unter der Führung Chiang Kai-sheks gehofft welches zum westlichen Einflussbereich gehören würde. Trotz eines Freundschaftsvertrags von 1950 zwischen China und der Sowjetunion war das Verhältnis zwischen beiden Ländern nicht optimal, denn Stalin sah in Mao Tse-tung einen Rivalen. Ebenfalls verbesserte Chruschtschow die Beziehungen zu Jugoslawien. Die Besetzung Westdeutschlands ging 1955 zu Ende und Westdeutschland wurde wiederbewaffnet und in die NATO aufgenommen. Die Sowjetunion war gegen eine Wiederbewaffnung Westdeutschlands gewesen. Daraufhin schlossen die Sowjetunion und einige Länder Osteuropas 1955 ein Militärbündnis und zwar den Warschauer Pakt. 1956 auf dem XX. Parteitag der KPdSU hielt Chruschtschow eine Rede in der er Stalin und seine Verbrechen aufs Schärfste verurteilte. Die Rede war sehr überraschend und verbreitete sich schnell über die ganze Welt. In China wurde diese Rede sehr negativ gesehen und die Beziehungen zwischen China und der Sowjetunion verschlechteren sich. 1957 fand eine Revolte gegen Chruschtschow statt doch sie wurde schnell beendet. Malenkow, der auch an dieser Revolte beteiligt war, wurde aus der Partei ausgeschlossen.


Polen und Ungarn


Ähnlich wie 1953 in Ostdeutschland kam es am 28.6.1956 in Polen zu Arbeiterstreiks die zuerst wirtschaftlich und später auch politisch waren. Die polnische Regierung setzte ebenfalls Panzer ein und auch hier kamen viele Arbeiter ums Leben. In Polen war Wladyslaw Gomulka an der Macht. Gomulka war zwar Kommunist, aber er wollte nach dem 2. Weltkrieg in Polen eine eigene kommunistische Richtung einschlagen. Stalin wollte das natürlich nicht akzeptieren und ließ ihn 1951 verhaften. Erst 1954 wurde er wieder freigelassen und war in Polen wieder Regierungschef. Im Oktober 1956 flog Chruschtschow nach Warschau (Hauptstadt Polens), weil die Sowjetunion der Ansicht war, dass Gomulka versuchen könnte ein Polen zu schaffen welches von der Sowjetunion unabhängig ist. Chruschtschow drohte Polen sogar mit einer militärischen Aktion. Die sowjetischen Truppen in Polen waren schon in Bereitschaft. Gomulka sagte Chruschtschow, dass sich die Menschen in Polen den sowjetischen Truppen entgegenstellen würden und tatsächlich demonstrierten einige Leute. Der Konflikt wurde gelöst indem Chruschtschow Gomulka als Ersten Sekretär der Partei (Regierungschef) akzeptiere und Gomulka Chruschtschow versicherte, dass Polen die sowjetische Führungsrolle akzeptieren wird. Und so blieb es auch in den nächsten Jahren. Am 23.10.1956, als gerade in Polen wieder Ruhe einkehrte, begann ein Studentenaufstand in Ungarns Hauptstadt Budapest. Ihnen schlossen sich Arbeiter an und zusammen demonstrierten sie für mehr Liberalität und gegen die Sowjetunion. Die ungarische Regierung bat die Sowjetunion einzuschreiten und diese Aufstände zu beenden. Sowjetische Truppen marschierten in Budapest ein. Die bisherige ungarische Regierung wurde durch die Politiker Imre Nagy Und János Kádár ersetzt. Nagy wurde Ministerpräsident und Kádár Generalsekretär der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei. Sie waren auf der Seite der Demonstranten. Nagy versicherte der Sowjetunion, dass Ungarn sich nicht von der Sowjetunion unabhängig machen will und am 28.10.1956 wurden die sowjetischen Truppen aus Budapest wieder abgezogen. Nagy wollte in Ungarn Liberalisierungen durchführen wie z. B. freie Wahlen und forderte den Abzug der sowjetischen Truppen aus Ungarn. Am 1.11.1956 erklärte Nagy den Austritt Ungarns aus dem Warschauer Pakt und die Neutralität Ungarns. Damit stand fest, dass Nagy ein Ungarn schaffen will welches von der Sowjetunion vollkommen unabhängig ist. Das war für die Sowjetunion zuviel. Am 4.11.1956 ließ Chruschtschow Budapest mit sowjetischen Panzern besetzen. Ebenfalls am 4.11.1956 distanzierte sich Kádár von Nagy und bildete einen Gegenregierung im Einverständnis mit der Sowjetunion. Die Ungarn wehrten sich gegen die sowjetischen Panzer und tausende Ungarn kamen dabei zu Tode. Ungarn hatte gehofft, dass der Westen helfen würde doch der Westen wollte sich nicht in den sowjetischen Einflussbereich einmischen, um kein Risiko eines Krieges einzugehen. Nach einigen Tagen war der ungarische Aufstand beendet. Viele Aufständische wurden zu Haftstrafen verurteilt und ebenfalls viele wurden hingerichtet. Nagy wurde des Verrats beschuldigt, verhaftet, verurteilt und am 16.6.1958 hingerichtet. Unter Kádárs Führung gab es zwar einige Reformen doch keine grundlegenden Veränderungen. Kádárs Regierung folgte somit dem Kurs der Sowjetunion.


Das Wettrüsten und der Wettlauf im Weltraum


Am 29.8.1949 hat die Sowjetunion ihre erste Atombombe, in Semipalatinsk in der Steppe im Nordosten Kasachstans, erfolgreich getestet. Die Entwicklung der sowjetischen Atombombe leitete der Physiker Igor Wassiljewitsch Kurtschatow. Berija, der für das sowjetische Atombombenprojekt zuständig war, war stets skeptisch ob und wie schnell die Entwicklung voranschreitet. Einige Tage später registrierten US-Flugzeuge besonders hohe Strahlenwerte im Pazifik. Die USA waren entsetzt da sie gedacht haben, dass die Sowjetunion erst in den 50er Jahren die erste Atombombe fertigstellen wird. Stalin hat sehr viele finanzielle Mittel aufgewendet um möglichst schnell eine Atombombe zu entwickeln. Desweiteren setzte Berija Häftlinge dazu ein Uran zu fördern. Auch die Informationen einiger Spione im Westen beschleunigten den Bau der sowjetischen Atombombe. In den USA wurde nun über die Entwicklung einer Wasserstoffbombe gesprochen. Im Vergleich zu der Explosionkraft von Atombomben von 20 Kilotonnen (20000 Tonnen) erreichen Wasserstoffbomben um die 20 Megatonnen (20 Millionen Tonnen). Sie sind damit 1000 mal so stark in ihrer Wirkung. Viele Wissenschaftler, sogar Oppenheimer der die erste amerikansiche Atombombe entwickelt hat, waren gegen die Entwicklung einer so starken Waffe. Der Atomphysiker Edward Teller hingegen hielt den Bau der Wasserstoffbombe für absolut notwendig, um sich vor der Sowjetunion schützen zu können. Im Januar 1950 entschied sich Truman für den Bau der Wasserstoffbombe. Auch die Wasserstoffbombe wurde in Los Alamos entwickelt und zwar unter der Leitung von Edward Teller. Am 1.11.1952 testeten die USA die erste Wasserstoffbombe der Welt auf den Marshall Islands im Pazifik. Der Vorsprung der USA war nicht von langer Dauer, denn bereits am 12.8.1953 testete die Sowjetunion auch eine Wasserstoffbombe in Semipalatinsk. Besonders wichtig bei der Entwicklung der Waffenstoffbomben war es, dass sie klein genug sind um in einen Bomber reinzupassen der sie dann im Ernstfall hätte abwerfen können. Das Wettrüsten ging also mit der Entwicklung immer neuerer Atomwaffen weiter und bald wurden tausende Atomwaffen produziert. In den USA wurde die Luftwaffe ausgebaut, um im Ernstfall viele Atom- und Wasserstoffbomben abwerfen zu können. Ein wichtiges Mittel für den Transport von Atomwaffen sollten Interkontinentalraketen werden die mehrere tausend Kilometer weit fliegen können. Einige Interkontinentalraketen in den 70er Jahren konnten bereits über 15000 km weit fliegen. Nach dem 2. Weltkrieg haben die USA einige deutsche Wissenschaftler mitgenommen die für Hitler die V1- und V2-Raketen entwickelt haben, unter ihnen Wernher von Braun den Leiter der deutschen Raketentechnologie. Die Sowjetunion war mit ihrer Raketentechnologie weit fortgeschritten und testete am 15.5.1957 in Baikonur in Kasachstan die erste Interkontinentalrakete der Welt die SS-6. Eisenhower erhöhte immer weiter das US-Verteidigungsbudget. Am 11.6.1957 wurde die erste amerikanische Interkontinentalrakete "Atlas" getestet. Interkontinentalraketen konnte man jedoch auch dazu einsetzen, um Satelliten in den Weltraum zu bringen. Am 5.10.1957 startete die Sowjetunion in Baikonur in Kasachstan "Sputnik 1" mit der SS-6-Rakete. Es war der weltweit erste Satellit der in den Weltraum geflogen ist. Damit hat der Wettlauf im Weltraum begonnen. Die USA waren geschockt, dass die Sowjetunion nun im Weltraum vorne lag. Schon am 3.11.1957 startete die Sowjetunion den nächsten Satelliten "Sputnik 2". Diesmal war auch ein Lebewesen an Bord und zwar die Hündin Laika die aber im Weltraum starb. Der erste amerikanische Versuch einen Satelliten namens "Vanguard" zu starten schlug am 6.12.1957 fehlt, denn die Rakete explodierte beim Start. Der erste erfolgreiche Start eines amerikanischen Satelliten namens "Explorer 1" gelang am 31.1.1958 in Cape Canaveral in Florida. Im Oktober 1958 wurde die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA (National Aeronautics and Space Administration) gegründet. Die USA waren geschockt als die Sowjetunion am 12.4.1961 Juri Aleksejewitsch Gagarin, mit der Kapsel "Wostok 1", ins Weltall geschickt hat. Er war damit der erste Mensch im Weltraum. Die USA schickten am 5.5.1961 Alan Bartlett Shepard, im Rahmen des Mercury-Programms der NASA, ins Weltall. Der neue US-Präsident John Fitzgerald Kennedy wollte unbedingt, dass die USA vor der Sowjetunion einen bemannten Flug zum Mond schaffen. Am 16.7.1969 startete die "Apollo 11"-Mission. Die Besatzung bestand aus Neil Alden Armstrong, Edwin Eugene Aldrin und Michael Collins. Am 21.7.1969 landete die Kapsel auf dem Mond. Armstrong und Aldrin betraten als erste Menschen den Mond und Collins musste auf der Mondumlaufbahn bleiben.


Die Berliner Mauer


1958 wollte Chruschtschow eine Einigung mit den Westalliierten bei der Berlin-Frage erzielen. Er forderte, dass die Westalliierten aus Berlin abziehen sollen. Der Westen hingegen dachte nicht daran Berlin aufzugeben. In den 50er Jahre hatte sich die Wirtschaft in Westdeutschland vollkommen vom 2. Weltkrieg erholt und es herrschte allgemeiner Wohlstand in der Bevölkerung. Ostdeutschland hingegen stand wirtschaftlich ziemlich schwach da. Der westdeutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer wollte eine Wiedervereinigung von Westdeutschland und Ostdeutschland. Und das machte Chruschtschow Angst. Chruschtschow wollte nicht, dass Deutschland militärisch wieder so stark wird wie es im 2. Weltkrieg war und er wollte nicht, dass ganz Deutschland kapitalistisch wird. Ein weiteres Problem für Ostdeutschland und die Sowjetunion war es, dass Hunderttausende Menschen aus Ostdeutschland flohen. Dies war dadurch möglich, dass man sich innerhalb der vier Besatzungszonen von Berlin frei bewegen konnte, also auch zwischen Ost- und West-Berlin. Viele Ostdeutsche kamen daher aus Ost-Berlin nach West-Berlin und aus West-Berlin konnten sie dann nach Westdeutschland weiterreisen. Das hatte natürlich schwere wirtschaftliche Konsequenzen da immer mehr Arbeiter fehlten. Im September 1959 folgte Chruschtschow Eisenhowers Einladung und kam in die USA. Auch hier sprachen die beiden Staatsoberhäupter über Berlin und versuchten eine friedliche Lösung zu finden. Berlin war immer wieder ein heikeles Thema, denn die USA wollten West-Berlin nicht aufgeben, aber andererseits auch keinen nuklearen Krieg mit der Sowjetunion wegen Berlin riskieren. Auf einem Treffen in Paris 1960 sollte die Berlinfrage weiter erörtert werden. Am 1.5.1960 wurde der amerikanische Pilot Francis Gary Powers bei einem Spionageflug mit einem U-2-Aufklärungsflugzeug über der Sowjetunion abgeschossen. Eisenhower wollte sich für diese Spionageaktion nicht entschuldigen und daher kam Chruschtschow nicht zu dem Treffen in Paris. Die Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion verschlechterten sich somit. 1960 wurde John Fitzgerald Kennedy zum neuen US-Präsidenten gewählt. Im Juni 1961 fand ein Treffen zwischen Kennedy und Chruschtschow in Wien statt. Chruschtschow forderte erneut den Abzug der Westalliierten aus West-Berlin doch auch Kennedy stellte sich dem entschieden dagegen. Ein nuklearer Krieg schien nicht mehr ausgeschlossen zu sein. Die Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion blieben weiterhin schlecht. Am 15.6.1961 sagte Walter Ulbricht, dass es nicht geplant ist in Berlin eine Mauer zu errichten. Im Juli 1961 erklärte Kennedy offiziell, dass er zwar eine friedliche Lösung mit der Sowjetunion wünscht, aber dass er auch das Verteidigungsbudget erhöhen wird. Chruschtschow fand diese Rede sehr aggressiv. Chruschtschow wollte jedoch keinen Atomkrieg wegen Berlin riskieren und daher entschied er sich dazu in Berlin eine Mauer zu errichten, um die Flüchtlingswelle aus Ostdeutschland zu stoppen. Am 13.8.1961 begann Ostdeutschland, um West-Berlin herum einen Stacheldrahtzaun zu ziehen. Die Westalliierten waren darauf nicht vorbereitet. Solange die Sowjetunion nicht in West-Berlin einmarschiert und West-Berlin weiterhin erreichbar bleibt wollten die USA nichts unternehmen. Im letzten Augenblick versuchten Menschen aus Ost-Berlin nach West-Berlin zu fliehen. Einige Tage später wurde dann die Berliner Mauer errichtet. Viele Familien wurden dadurch auseinander gerissen. Die Bevölkerung West-Berlins appellierte an die Westalliierten etwas gegen die Teilung Berlins zu unternehmen. Im Oktober 1961 gab es einen gefährlichen Zwischenfall als ostdeutsche Grenzposten einen Mitarbeiter der US-Regierung nicht nach Ost-Berlin lassen wollten, weil er seinen Diplomatenpass nicht vorzeigen wollte. In den nächsten Tagen wurden US-Mitarbeiter daher stets von US-Soldaten begleitet die im Notfall das passieren der Grenze erzwingen sollten und das war natürlich sehr provokant. Darüber hinaus ließ General Clay am 25.10.1961 zehn M48-"Patton"-Panzer, an dem berühmten Grenzübergang "Checkpoint Charlie" in der Mitte von Berlin, aufstellen. Am 27.10.1961 bezogen auf der anderen Seite des "Checkpoint Charlie" zehn sowjetische T-54-Panzer Stellung. Diese Situation war äußerst gefährlich doch Kennedy und Chruschtschow verständigten sich und nach 16 Stunden zogen beide Seiten ihre Panzer zurück. Am 26.6.1963 hielt Kennedy eine Rede vor dem Schöneberger Rathaus, dem Rathaus von West-Berlin. Er sprach davon wie stolz die West-Berliner auf sich sein dürfen, dass sie West-Berlin nicht aufgeben. Seine Rede beendete er mit dem Satz "Ich bin ein Berliner.". Es gab immer wieder Fluchtversuche über die Berliner Mauer und oft wurden die Flüchtlinge dabei von ostdeutschen Grenzpatrouillen erschossen.


Die Kuba-Krise


Auf Kuba war seit 1952 Fulgencio Batista Präsident. Er errichtete ein Regime und schaffte alle demokratischen Institustionen ab. Am 26.7.1953 stellte sich ein junger Rechtsanwalt names Fidel Castro gegen das Batista-Regime und wurde verhaftet und 1955 wieder freigelassen. Danach ging er nach Mexiko und lernte hier Ernesto Guevara ("Che" genannt) kennen. Im Dezember 1956 kam er mit 80 Exilkubanern zurück nach Kuba um Batista zu stürzen. Bei den Kämpfen mit Batistas Truppen wurden viele dieser Exilkubaner getötet doch Castro und Guevara überlebten und zogen sich in das Gebirge Sierra Maestra zurück. Sie fanden Unterstüzung in der kubanischen Bevölkerung und konnten Batista im Januar 1959 stürzen. Castro übernahm die Macht in Kuba und machte aus Kuba ein kommunistisches Land. Castro verstaatlichte die Landwirtschaft und die Industrie und somit verloren auch einige US-Unternehmen ihren Besitz. Das politische Verhältnis zwischen den USA und Kuba wurde dadurch sehr schlecht und die USA verhängten ein Handelsembargo über Kuba. Dadurch kamen sich Kuba und die Sowjetunion politisch immer näher und die Sowjetunion versorgte Kuba mit den Handelsgütern die die USA nicht mehr lieferten. Mit Eisenhowers Einverständnis bildete die CIA (Central Intelligence Agency) ab 1960 Exilkubaner aus, um eine Invasion auf Kuba durchzuführen und Castro zu stürzen. Kennedy übernahm 1961 diesen Plan. Die USA wollten es jedoch geheim halten und militärisch nicht einschreiten. Am 17.4.1961 landeten um die 1500 Exilkubaner in der Schweinebucht auf Kuba. Die USA haben erwartet, dass die kubanische Bevölkerung bei dieser Invasion helfen würde doch sie tat es nicht. Die kubanische Armee kam mit Panzern und nach drei Tagen war die Invasion gescheitert. Die USA wollten sich offiziell militärisch nicht einmischen und schickten daher keine Flugzeuge zur Unterstützung der Exilkubaner. Die über 1000 Überlebenden wurden alle verhaftet. 1962 bereiteten die USA erneut eine Invasion Kubas vor die jedoch viel größer sein sollte. Unterdessen plante Chruschtschow 1962 Atomraketen auf Kuba zu stationieren, um die USA unter Druck zu setzen. Castro stimmte dem zu und so fing die Sowjetunion im Juli 1962 mit dem Aufbau von Raketenabschussrampen und dem verschiffen von Atomraketen an. Außerdem wurden tausende sowjetische Soldaten mit Panzern auf Kuba stationiert. Am 14.10.1962 hat eine amerikanische U-2 bei einem Spionageflug über Kuba Abschussrampen und Raketen fotographiert. Kennedy und seine Berater beratschlagten in den nächsten 2 Wochen was zu tun war. Einige schlugen vor die Abschussrampen zu bombardieren und andere waren eher für eine diplomatische Lösung. Schließlich hat man sich auf eine Seeblockade Kubas geeinigt. Am 22.10.1962 informierte Kennedy, in einer Fernsehrede, das amerikanische Volk über die Gefahr auf Kuba. Am 24.10.1962 begann die Seeblockade Kubas mit amerikanischen Schiffen. Während der Kuba-Krise gab es mehrere Treffen zwischen Robert Kennedy (Bruder von John F. Kennedy) und dem sowjetischen Botschafter Dobrynin in den USA. Chruschtschow sah die Seeblockade als einen aggressiven Akt an und es stieg die Gefahr für einen Atomkrieg an. Da die Sowjetunion trotz der Seeblockade die Atomraketen nicht abziehen wollte bereiteten die USA eine Invasion Kubas vor. Am 26.10.1962 traf eine Nachricht aus Moskau. Darin stand, dass die Sowjetunion bereit ist die Atomraketen von Kuba abzuziehen, wenn die USA versichern, dass sie keine weiteren Invasionen Kubas starten werden. Am 27.10.1962 traf eine neue Nachricht aus Moskau ein in der nicht nur Kubas Sicherheit gewährleistet werden sollte, sondern die Sowjetunion forderte außerdem den Abzug der amerikanischen Atomraketen aus der Türkei. An demselben Tag wurde über Kuba ein amerikanisches U-2-Aufklärungsflugzeug bei einem Spionageflug von den Sowjets abgeschossen. Die US-Militärs wollten sich für die abgeschossene U-2 rächen doch dies hätte in einem nuklearen Krieg enden können und daher erlaubte Kennedy es nicht. Kennedy ließ Chruschtschow eine Nachricht zukommen, dass die USA damit einverstanden sind keine weiteren Invasionen gegen Kuba durchzuführen und die Seeblockade aufzuheben. Darüber hinaus stimmte er zu, dass die USA ihre Atomraketen aus der Türkei abziehen werden, doch das sollte geheim bleiben. Am 28.10.1962 stimmte Chruschtschow dem zu und die sowjetischen Atomraketen wurden wieder abgebaut und in die Sowjetunion verschifft. 1963 wurden die amerikanischen Atomraketen aus der Türkei abgezogen.


Der Vietnamkrieg


Nach dem 2. Weltkrieg mussten die Japaner aus Indochina (Kambodscha, Laos, Vietnam) abziehen. Vor dem 2. Weltkrieg war Indochina eine französische Kolonie und nun wollte Frankreich Indochina wiederhaben. Am 2.9.1945 gründete Ho Chi Minh, der seit Jahren Kommunist war, die Demokratische Republik Vietnam und wurde ihr erster Präsident. Im 2. Weltkrieg hat Ho Chi Minh den Vietminh gegründet und forderte nach dem 2. Weltkrieg die Unabhängigkeit Vietnams. Da Frankreich damit nicht einverstanden war begann 1946 der Indochinakrieg zwischen Frankreich und Vietnam. China unterstützte Vietnam mit Waffen und Munition. Obwohl die Franzosen besser ausgerüstet waren als der Vietminh gewann der Vietminh immer mehr die Oberhand im Indochinakrieg. Am 7.5.1954 fand die endgültige Niederlage Frankreichs, bei Dien Bien Phu in Nordvietnam, statt. Gemäß der Genfer Konferenz von 1955 zog sich Frankreich aus Indochina zurück und Vietnam wurde entlang des 17. Grades nördlicher Breite in Nordvietnam (Hauptstadt Hanoi) und Südvietnam (Hauptstadt Saigon) aufgeteilt. Nur Nordvietnam blieb kommunistisch. In Südvietnam wurde Ngo Dinh Diem Staatspräsident und er wurde von den USA unterstützt da er gegen den Kommunismus war. Er baute jedoch auch ein Regime auf. 1956 sollten Wahlen in beiden vietnamesischen Staaten stattfinden und Vietnam sollte wieder vereint werden. Ngo Dinh Diem stimmte den Wahlen nicht zu um den Kommunisten keine Möglichkeit zu bieten an die Macht zu kommen. Eine Wiedervereinigung Vietnams wurde immer unwahrscheinlicher und 1960 bildete sich in Südvietnam eine kommunistische Organisation namens Vietcong die Ngo Dinh Diem stürzen wollte. Über den Ho-Chi-Minh-Pfad, der durch Laos und Kambodscha führte, unterstützte Nordvietnam den Vietcong in Südvietnam. Die USA entsandten ab 1961 US-Soldaten nach Südvietnam um den Vietcong zu bekämpfen. Sie wollten Südvietnam unbedingt halten da sie Angst hatten, dass sich der Kommunismus sonst über ganz Südostasien ausbreiten könnte. Immer mehr Menschen in Südvietnam waren gegen das Regime von Ngo Dinh Diem und am 1.11.1963 wurde Ngo Dinh Diem in einem Militärputsch gestürzt und erschossen. Am 22.11.1963 gab es auf US-Präsident John F. Kennedy ein Attentat in Dallas (Texas) bei dem er getötet wurde. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um eine Verschwörung die bis heute nicht aufgeklärt ist. Der US-Vizepräsident Lyndon Baines Johnson wurde somit automatisch US-Präsident. Die Situation in Südvietnam war sehr instabil und die Regierungen wechselten ständig. Die USA hatten Angst, dass sie Südvietnam verlieren könnten. Anfang August 1964 kam es zum Zwischenfall im Golf von Tonking. Dabei wurden US-Zerstörer von nordvietnamesischen Torpedobooten angegriffen. Die USA erwiderten es indem sie das erste mal Nordvietnam bombardierten. Am 7.8.1964 stimmte der US-Kongress einer Resolution zu die dem US-Präsidenten Johnson viele Vollmachten in Vietnam einräumte. Ab diesem Zeitpunkt kann man sagen, dass der Vietnamkrieg begann. Johnson gewann die US-Präsidentschaftswahlen von 1964 und Chruschtschow wurde im Oktober 1964 gestürzt. Leonid Iljitsch Breschnew übernahm die Macht in der Sowjetunion. Die Sowjetunion und China wollten Nordvietnam militärisch unterstützen, aber nicht gemeinsam, denn die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und China waren noch immer schlecht. Zehntausende US-Soldaten wurden nach Vietnam geschickt. Die USA wollten immer wieder Friedensverhandlungen mit Nordvietnam aufnehmen doch Nordvietnam weigerte sich und so gingen die US-Bombardements immer weiter. Darüber hinaus warfen die USA auch Napalm über Nordvietnam ab welches sofort alles in Brand setzte. Die USA setzten ebenfalls Entlaubungsmittel wie z. B. "Agent Orange" ein. Sie sollten den tropischen Regenwald, in Südvietnam, zerstören in dem sich der Vietcong versteckte. In diesen Entlaubungsmitteln war auch Dioxin enthalten und dadurch sind viele Südvietnamesen und US-Soldaten später erkrankt und es wurden viele Kinder mit Missbildungen geboren. Am 8.3.1965 landeten die ersten US-Bodentruppen in Südvietnam. Im Juni 1965 wurde General Nguyen Van Thieu Staatsoberhaupt von Südvietnam. Die USA waren entschlossen Südvietnam nicht aufzugeben und Nordvietnam wollte nicht verhandeln und somit ging der Krieg immer weiter. Aufgrund Hundertausender US-Soldaten wurde Südvietnam von den USA modernisiert und amerikanische Konsumgüter waren nun auch hier verfügbar. Neben den viele Vietnamesen die durch den Krieg Alles verloren haben gab es auch einige die durch Schwarzmarkthandel und Drogenhandel reich geworden sind. Sehr viele US-Soldaten nahmen Drogen in Vietnam. Auch in den nächsten Jahren scheiterten viele Versuche für Friedensverhandlungen. 1968 befanden sich bereits über eine halbe Million US-Soldaten in Vietnam, die finanziellen US-Ausgaben für den Vietnamkrieg beliefen sich auf mehrere Milliarden US-Dollar im Jahr und trotzdem wurde der Vietcong durch die vielen US-Bombardements nicht schwächer. In der Bevölkerung gab es immer mehr Proteste gegen den Vietnamkrieg und 1970 wurden bei Protesten an der Kent-State-Universität in Ohio vier Studenten von der Nationalgarde erschossen. Es gab aber auch zunehmend mehr US-Politiker die gegen den Vietnamkrieg waren. Im Januar 1968 führte der Vietcong die Tet-Offensive durch. Es war eine der größten Offensiven im Vietnamkrieg und dabei griff der Vietcong sehr viele Städte in Südvietnam an und konnte sogar für einige Zeit die US-Botschaft in Saigon einnehmen. Im Mai 1968 wurden in Paris Friedensverhandlungen unternommen. Johnson sah keine Lösung für den Vietnamkrieg und kandidierte daher nicht mehr für das Amt des US-Präsidenten. Die US-Präsidentschaftswahlen von 1968 gewann Richard Milhous Nixon. Auch John F. Kennedys Bruder Robert Francis Kennedy wollte sich zur Wahl stellen doch er wurde am 6.6.1968 bei einem Attentat, in Los Angeles (Kalifornien), getötet. Die Hintergründe des Attentats sind bis heute nicht geklärt. Nixon bereitete ab 1969 langsam den Abzug von US-Truppen aus Vietnam vor und Südvietnam sollte nun immer mehr den Krieg übernehmen. Am 3.9.1969 starb Ho Chi Minh. 1970 griffen die USA Kambodscha an und 1971 Laos, um die Versorgungslinien (z. B. Ho-Chi-Minh-Pfad) zwischen Nord- und Südvietnam zu zerstören. Da die Beziehungen zwischen China und der Sowjetunion sehr schlecht waren versuchten nun die USA diplomatische Beziehungen zu China aufzubauen. Im Februar 1972 reiste Nixon als erster US-Präsident nach China. Der US-Sicherheitsberater und spätere US-Außenminister Henry Kissinger und der Nordvietnamese Le Duc Tho führten seit 1970 Verhandlungen miteinander. Am 8.10.1972 trafen sich beide in Paris und dies war ein weiterer Schritt für einen Friedensvertrag. Am 27.1.1973 wurde schließlich ein Friedensvertrag unterzeichnet und in den nächsten zwei Monaten wurden alle US-Soldaten aus Vietnam abgezogen. Der Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südvietnam ging jedoch weiter. 1975 unternahm Nordvietnam eine große Offensive gegen Südvietnam und ohne die US-Hilfe konnte diese nicht abgewehrt werden. Am 21.4.1975 ist Nguyen Van Thieu zurückgetreten und geflohen. Am 30.4.1975 nahm Nordvietnam Saigon ein. Die US-Botschaft in Saigon wurde mit Hubschraubern evakuiert und auch einige Südvietnamesen konnten im letzten Augenblick mit diesen Hubschraubern fliehen. Am 2.7.1976 wurde ein vereintes und kommunistisches Vietnam gegründet und zwar die Sozialistische Republik Vietnam. Saigon wurde in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt. Vietnam war nun vollkommen zerstört und um die drei Millionen Vietnamesen und über 50000 US-Soldaten sind im Vietnamkrieg gefallen. Die Ausbreitung des Kommunismus in Südostasien beschränkte sich auf Kambodscha und Laos.


Die Gefahr eines Atomkrieges


Die größte Bedrohung im Kalten Krieg war ein nuklearer Krieg. Im Lauf der Geschichte gab es viele Kriege doch ein nuklearer Krieg hätte die ganze Menschheit vernichten können. Neben der gewaltigen Zerstörungkraft die mit keiner konventionellen Waffe zu vergleichen ist kommt die Strahlung der radioaktiven Abfälle hinzu und es kann Jahrzehnte dauern bis diese Abfälle zum größten Teil zerfallen sind. Diese Regionen sind dann unbewohnbar. Bei Tausenden von atomaren Sprengköpfen die die USA und die Sowjetunion in den 60er Jahren besaßen hätte man die ganze Welt unbewohnbar machen können. Der Grund warum es zu keinem Atomkrieg gekommen ist liegt darin, dass es stets ein atomares Gleichgewicht zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion gegeben hat. Um das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten mussten beide Seiten sehr viele finanzielle Mittel dafür aufwenden, denn wenn eine Seite mehr Atomwaffen produzierte oder neue Technologien entwickelte so musste die andere Seite nachziehen. Innerhalb weniger Minuten konnten Interkontinentalraketen aus den USA die Sowjetunion erreichen und auch umgekehrt. Daher richteten beide Supermächte Frühwarnsysteme ein. Jederzeit standen in unterirdischen Raketensilos mehrere hundert Interkontinentalraketen mit Atomsprengköpfen zum sofortigen Abschuss bereit. Darüber hinaus konnten auch U-Boote bestimmte Interkontinentalraketen mitführen und im Zweifelfall abschießen. In den USA war es so, dass bestimmte Personen aus dem Militär den Einsatz von Atomwaffen befehlen konnten, wenn der Präsident nicht zu erreichen war oder nicht in der Lage war es selbst zu entscheiden. Das war sehr gefährlich da es immer wieder US-Generäle gab die den Einsatz von Atomwaffen für richtig erachteten. Einige US-Amerikaner bauten sich zuhause eigene Bunker in der Hoffnung sich vor der Strahlung von radioaktiven Abfällen schützen zu können. Eine weitere Gefahr für nukleare Explosionen waren Unfälle und Fehler. Mehrfach sind Bomber mit Wasserstoffbomben abgestürzt und nur durch Sicherungen in den Bomben kam es zu keinen nuklearen Explosionen, aber in einigen Fällen wurde radioaktives Material weit verstreut. Einige Atomwaffen sind bei solchen Flugzeugabstürzen auch ganz verloren gegangen und wurden nicht wiedergefunden. Es gab aber auch immer wieder Fehler und z. B. führten oft falsche Daten dazu, dass man dachte, dass die andere Seite bereits Atomraketen abgeschossen hat. Solche Fehler hätten sehr leicht einen Atomkrieg auslösen können. Seit 1952 besitzt Großbritannien ebenfalls eigene Atomwaffen und seit 1960 auch Frankreich. Seit den 50er Jahren fanden immer wieder Proteste gegen Atomwaffen statt. Daran beteiligt war auch der britische Philosoph und Mathematiker Bertrand Russell. Am 30.10.1961 zündete die Sowjetunion, auf der Insel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer, die stärkste Atomwaffe die jemals zur Detonation gebracht wurde. Es war eine Wasserstoffbombe mit einer Sprengkraft von 50 Megatonnen. 1963 schlossen die USA, Großbritannien und die Sowjetunion einen Vertrag über den Stopp von Atomwaffentests in der Atmosphäre, unter Wasser und im Weltraum jedoch nicht unter der Erde. Dies war ein erster Schritt um das Wettrüsten und die damit verbundenen großen finanziellen Ausgaben zu stoppen. Am 16.10.1964 hat China seine erste Atombombe getestet und am 17.6.1967 seine erste Wasserstoffbombe. Das verschärfte die Gefahr eines nuklearen Krieges noch weiter. In den 60er Jahren entwickelten die USA und die Sowjetunion Abwehrraketen gegen Interkontinentalrakten. So konnten Interkontinentalraketen noch in der Luft zerstört werden. Am 1.7.1968 unterzeichneten die USA, Großbritannien und die Sowjetunion den Atomwaffensperrvertrag. Dieser Vertrag sah vor, dass die Atommächte anderen Staaten in keiner Weise beim Bau von Atomwaffen helfen und außerdem die eigenen Atomwaffen beschränken. Ab 1969 gab es dann einige Treffen zwischen den USA und der Sowjetunion in denen die genauen Rüstungsbeschränkungen besprochen wurden. Am 26.5.1972 haben Nixon und Breschnew, in Moskau, einen Vertrag namens SALT I (Strategic Arms Limitation Talks) unterschrieben in dem die Rüstungsbegrenzungen geregelt wurden.


Soziale und wirtschaftliche Aspekte und Veränderungen


Der Kalte Krieg war auch eine Zeit der sozialen Veränderungen. Hier wäre zunächst einmal die Hippiebewegung zu nennen. Sie ist typisch für die 60er Jahre. Trotz des Wohlstandes in den USA kam es zu einer Gegenbewegung der Jugend die genau gegen Konsum und Materialismus gerichtet war. Die Hippiebewegung war außerdem gegen gesellschaftliche Zwänge und Grenzen. Ganz besonders lehnten die Hippies den Vietnamkrieg ab und protestierten dagegen mit dem Motto "Make love, not war". Die Hippies sind auch als "Flower Power" bekannt und dieser Begriff sollte für Frieden und Liebe stehen. Die Hippies lebten meistens in großen Wohngemeinschaften, kleideten sich vollkommen anders und nahmen Drogen. Die Gesellschaft begegnete ihnen mit Verachtung. Das Zentrum der Hippies war San Francisco in Kalifornien. Auch in der Musik gab es Veränderungen wofür z. B. der Sänger Elvis Presley und Musikgruppen wie The Beatles, The Rolling Stones und viele andere stehen. Parallel zu den Hippies und auch aus der Hippiebewegung resultierend gab es auch andere Bewegungen wie z. B. die Studentenbewegungen von 1968. Diese Studentenbewegungen gab es in mehreren Ländern unter anderem in den USA, in Frankreich und in Deutschland. All diese Proteste führten nicht selten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. In West-Berlin wurde sogar bei Demonstrationen am 2.6.1967 ein Student namens Benno Ohnesorg von der Polizei erschossen. Am 11.4.1968 gab es in West-Berlin ein Attentat auf den westdeutschen Studentenführer Rudi Dutschke. Er überlebte es zwar schwer verletzt doch am 24.12.1979 starb er an den Spätfolgen. All diese Bewegungen hatten einen sozialistischen Charakter und das wollten die westlichen Länder unbedingt unterbinden. In den 60er Jahren gab es in den USA außerdem eine Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner. Besonders in den Südstaaten der USA war der Rassismus weit verbreitet. So gab es in den 60er Jahre in den USA noch die Rassentrennung. Afroamerikaner durften beispielweise nicht in dieselben Schulen, Restaurants usw. gehen wie weiße Amerikaner. Der Afroamerikaner Martin Luther King hielt Reden und führte Demonstrationen gegen die Rassentrennung an. Präsident Johnson unterstützte die Rechte der Afroamerikaner. Zwischen Afroamerikanern, weißen Amerikanern und der Polizei kam es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Am 4.4.1968 wurde Martin Luther King, in Memphis (Tennessee), bei einem Attentat getötet. In den 60er Jahren fingen die jungen Leute in der Sowjetunion an westliche Musik zu hören und sich westlich zu kleiden doch die Sowjetunion versuchte diese westlichen Trends zu unterdrücken. In der Sowjetunion und in den anderen kommunistischen Ländern gab es keine Arbeitslosigkeit wie in den westlichen Staaten. Jeder hatte die Möglichkeit eine Arbeitsstelle zu bekommen. Oft wurden also mehr Arbeitsplätze geschaffen als nötig waren wodurch sich keine große Produktivität ergab. Staatliche Versuche die Produktivität zu erhöhen schlugen ebenfalls fehl da es keine Motivation gab. In den Geschäften gab es keine große Produktpalette da alles staatlich war und darüber hinaus herrschte ständig Mangel bei vielen Produkten. Meinungsfreiheit und Streiks waren in den kommunistischen Ländern verboten. In den 50er Jahren wollte Chruschtschow die Weizenproduktion erhöhen. In der Steppe in Kasachstan wurden riesige Anbauflächen für Weizen geschaffen, es wurden Hunderttausende Menschen dort hingeschickt und es wurde sehr viel Geld in dieses Projekt investiert. Nach einigen Jahren fielen die Ernten jedoch immer schlechter aus, so dass die Sowjetunion Weizen aus den USA kaufen musste. In den USA und in der Sowjetunion wurde viel Geld in die Verteidigung und in Waffen investiert. Viele US-Firmen profitierten von diesen Rüstungsaufträgen und in den USA wurde dadurch die Wirtschaft angekurbelt, so dass allgemeiner Wohlstand herrschte. In der Sowjetunion war die Wirtschaft ohnehin schwach und die Rüstungsausgaben schwächten die Wirtschaft noch mehr anstatt sie anzukurbeln.


Die Chinesische Kulturrevolution und der Prager Frühling


1958 machte Mao Tse-tung eine neue Politik, die "Großer Sprung nach vorn" genannt wird. Es sollte eine soziale und wirtschaftliche Reform sein. Die Gemeinschaft wurde noch stärker hervorgehoben und nichts war mehr privat. Die Wirschaft Chinas sollte sich durch diese Reform ebenfalls verbessern. Diese Reform war jedoch eine Katastrophe bei der Millionen Chinesen verhungerten. 1960 wurden viele Bestandteile dieser Politik wieder zurückgenommen. 1965 löste Mao Tse-tung eine Bewegung aus die sich gegen diejenigen richtete die gegen den "Großen Sprung nach vorn" waren. Er war außerdem der Ansicht, dass die Sowjetunion immer westlicher wird und sah diesselbe Gefahr für China und daher wollte er den Kommunismus in China erneuern. Gleichzeitig wollte er seine eigene Macht stabilisieren. Mit dieser Bewegung konnte er vor allem die Jugend und die Studenten mobilisieren die nun viel Macht hatten und Konterrevolutionäre aufdecken sollten. Viele wichtige Parteimitglieder verloren durch diese Bewegung ihre Macht, wie z. B. Deng Xiaoping. Dies ist in die Geschichte als Kulturrevolution eingegangen. Dies zog eine Anarchie nach sich die erst mit Hilfe des Militärs gestoppt werden konnte. Ende der 60er Jahre stabilisierte sich die Lage wieder. Am 9.9.1976 starb Mao Tse-tung und erst dann war die Kulturrevolution endgültig beendet. In der Tschechoslowakei war seit 1957 Antonin Novotny Staatspräsident. Er war von Stalin überzeugt und ließ keine Liberalisierungen zu. Ende der 60er Jahre war die wirtschaftliche Lage in der Tschechoslowakei sehr schlecht. Novotny führte daraufhin einige Reformen ein, aber es war zu langsam und half nicht. Im Januar 1968 setzte ihn die KPC (Kommunistische Partei der Tschechoslowakei) ab. Alexander Dubcek wurde Erster Sekretär der KPC (Regierungschef). Er führte Liberalisierungen und Reformen ein. Gleichzeitg versicherte er, dass er die sowjetische Führungsrolle weiterhin akzeptieren wird. Die Sowjetunion wurde jedoch immer skeptischer hinsichtlich Dubceks Politik. Auch die Regierungschefs der anderen osteuropäischen Staaten waren der Ansicht, dass Dubceks Politik die Einheit des Ostblocks gefährdet. Breschnew verlangte von Dubcek seine Reformen in Maßen zu halten und einige zurückzunehmen. Dubcek weigerte sich und am 21.8.1968 marschierten sowjetische Truppen in die Tschechoslowakei ein. Einige Tschechoslowaken leisteten aktiven Widerstand doch gegen die sowjetischen Panzer hatten sie keine Chance. Dabei starben auch einige Menschen. Dubcek und weitere liberale Politiker wurden verhaftet. 1969 wurde Gustáv Husák Dubceks Nachfolger und er verfolgte eine harte Linie. Dubcek und andere liberale Politiker wurden aus der Kommunistischen Partei entlassen. Diese Liberalisierungen und Reformen Dubceks, die am 21.8.1968 durch die sowjetischen Truppen, beendet wurden, werden als Prager Frühling bezeichnet.


Der Nahe Osten und Chile


Seit dem Ende des 1. Weltkriegs stand Palästina unter dem Mandat von Großbritannien und 1948 sollte das Mandat zu Ende gehen. Die UNO (Vereinte Nationen) entschied, dass Palästina aufgeteilt wird und somit teils jüdisch und teils arabisch sein wird. Am 14.5.1948 wurde der Staat Israel gegründet. Besonders nach den Schrecken des 2. Weltkriegs sollten die Juden nun einen eigenen Staat haben. Einen Tag nach der Gründung Israels erklärten die Nachbarstaaten Israel den Krieg. Dies war der israelische Unabhängigkeitskrieg und er dauerte bis Juli 1949. Israel hat diesen Krieg gewonnen und sein Staatsgebiet war damit größer als vorher. Seit 1954 war General Gamal Abd el Nasser ägyptischer Staatspräsident. 1956 verstaatlichte er den Suezkanal. Großbritannien und Frankreich gefiel das garnicht da sie Anteile am Suezkanal besaßen. Israel durfte bereits seit Jahren den Suezkanal nicht nutzen. Daraufhin starteten Großbritannien, Frankreich und Israel eine Offensive und nahmen 1956 die Sinai-Halbinsel und den Suezkanal ein. Die USA und die Sowjetunion forderten den Rückzug Großbritanniens, Frankreichs und Israels aus diesem Gebiet. Sie zogen sich daraufhin zurück und wurden durch UN-Truppen ersetzt. Ab 1960 ließ Nasser im Nil den Assuan-Staudamm bauen. Da die USA mit Nassers Politik nicht einverstanden waren unterstützten sie ihn finanziell nicht beim Bau des Assuan-Staudamms. Die Sowjetunion übernahm die finanzielle Unterstützung des Assuan-Staudamms. Die Situation zwischen Israel und den arabischen Staaten war weiterhin sehr angespannt. 1967 sperrte Ägypten die Straße von Tiran, für israelische Schiffe, und somit hatte Israel keinen Zugang mehr zum Roten Meer. Am 5.6.1967 griff Israel daher seine arabischen Nachbarstaaten an und es kam zum Sechstagekrieg. Die israelische Luftwaffe zerstörte die ägyptischen Flugzeuge bereits am Boden. Innerhalb von sechs Tagen besetzte Israel die gesamte Sinai-Halbinsel, sowie das Westjordanland und die Golanhöhen. Einige arabische Staaten wurden von der Sowjetunion mit Waffen versorgt und Israel von den USA. Seit 1970 war Anwar as-Sadat ägyptischer Präsident. Ägypten und Syrien wollten die verlorenen Gebiete aus dem Sechstagekrieg wiedererobern. Am 6.10.1973 griffen daher Ägypten und Syrien Israel, in einem Überraschungsangriff, an. Dieser Tag war der jüdische Feiertag Jom Kippur und daher heißt dieser Krieg Jom-Kippur-Krieg. An diesem Feiertag waren viele israelische Soldaten im Urlaub und daher war Israels Verteidigung geschwächt. Alle israelischen Soldaten wurden wieder schnell einberufen und innerhalb weniger Tage konnte Israel Ägypten und Syrien zurückschlagen. Am 22.10.1973 trat, mit Hilfe der UNO, ein Waffenstillstand in Kraft. Nach dem Jom-Kippur-Krieg kam es zu einer Ölkrise. Bis März 1974 exportierten die arabischen Staaten kein Erdöl mehr an Staaten die Israel unterstützten und damit kam es, in einigen Industrieländern, zu einer Energiekrise. Nach der Ölkrise war das Erdöl deutlich teurer als vorher. Den USA gefiel es nicht, dass Kuba, seit der Revolution durch Fidel Castro kommunistisch war, weil es geographisch sehr nah an den USA liegt. Genauso wenig gefiel es den USA als in den 60er Jahren Chile drohte kommunistisch zu werden. Die USA beeinflussten in Chile die Präsidentschaftswahlen von 1964. Die Christdemokraten gewannen diese Wahlen. 1970 fanden erneut Präsidentschaftswahlen in Chile statt und diesmal gewann die sozialistische Unidad Popular und Salvador Allende wurde somit Präsident. Die USA waren über diese Wahl entsetzt und sahen darin, die seit Jahren gefürchtete, Ausbreitung des Kommunismus auf der ganzen Welt. Hinzu kam, dass Allende Großgrundbesitzer enteignete und das Land an viele Bauern verteilte. Darüber hinaus verstaatlichte er Banken und Kupferminen. Die chilenischen Kupferminen waren schon immer bedeutend gewesen und die USA hatten große Anteile an diesen Kupferminen. Die USA gaben Chile keine Kredite mehr. Allende förderte ebenfalls soziale Einrichtungen doch ohne finanzielle Hilfe verschlechtere sich die Wirtschaft Chiles. Seit 1972 gab es daher Streiks und Ausschreitungen. Die USA planten einen Militärputsch in Chile durchzuführen. Am 11.9.1973 fand ein Militärputsch gegen Allende und seine Regierung statt, der von General Augusto Pinochet Ugarte angeführt wurde. Es ist bis heute ungeklärt, ob Salvador Allende bei diesem Militärputsch getötet wurde oder ob er Selbstmord begangen hat. Die CIA war daran beteiligt, dass das chilenische Militär diesen Putsch durchgeführen konnte. Pinochet errichtete eine Militärdiktatur und ging sofort gegen politische Gegner vor. Sehr viele Menschen wurden dabei verhaftet und getötet.


Die Politik der Entspannung


Ab 1970 gab es erste Annäherungen zwischen West- und Ostdeutschland. Die Bundesrepublik Deutschland (Westdeutschland) erkannte die Deutsche Demokratische Republik (Ostdeutschland) offiziell an. Willy Brandt war der erste deutsche Bundeskanzler der in die DDR fuhr. 1970 schloss Brandt einen Vertrag mit der Sowjetunion und einen mit Polen. In beiden Verträgen wurden die Grenzen innerhalb von Europa sowie ihre Unverletzlichkeit anerkannt. Ebenfalls wurde es sehr positiv gesehen, dass Brandt 1970 beim Besuch des Warschauer Ghettos vor dem Mahnmal, für die Opfer des Nationalsozialimus, niederkniete. Walter Ulbricht, der noch immer in Ostdeutschland an der Macht war, war gegen die Politik der Entspannung, denn er orientierte sich noch immer an Stalins Politik. Die Sowjetunion zwang ihn daher zurückzutreten und sein Nachfolger wurde Erich Honecker. Außer des SALT I Abkommens, bezüglich Rüstungsbeschränkungen, das Nixon und Breschnew am 26.5.1972 in Moskau geschlossen haben, vereinbarten sie kurz danach militärische Außereinandersetzungen mit allen Mitteln zu verhindern. Diese immer größere Annäherung führte zu einer Politik der Entspannung. Am 17.5.1972 wurden 5 Männer verhaftet die in das Watergate-Gebäude (Zentrale der Demokratischen Partei in Washingston D. C.) eingebrochen sind. Sie installierten gerade Abhörwanzen. Es kam zur Watergate-Affäre. 1973 wurde ein Senatsausschuss gebildet, um die Watergate-Affäre zu untersuchen. Der Senatsausschuss fand heraus, dass es viele weitere Abhöraktionen gab und viele Politiker und Berater aus Nixons Umfeld traten zurück oder wurden entlassen. 1974 konnte Nixon nachgewiesen werden, dass auch er daran beteiligt war. Am 9.8.1974 trat Nixon daraufhin zurück. Der US-Vizepräsident Gerald Rudolph Ford wurde damit automatisch neuer US-Prädsident. Er setzte Nixons Politik der Entspannung fort und bemühte sich um ein neues Abkommen zur Rüstungsbegrenzung mit der Sowjetunion. Am 3.7.1973 versammelte sich die "Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" in Helsinki (Hauptstadt Finnlands). Außer Albanien nahmen alle europäischen Staaten an dieser Konferenz teil sowie die USA, Kanada und die Sowjetunion. Am 1.8.1975 unterzeichneten diese Länder die Schlussakte von Helsinki. Dieses Abkommen beinhaltete die Unverletzlichkeit der Grenzen in Europa, Zusammenarbeit auf vielen Gebieten (z. B. Wissenschaft und Wirtschaft) und die Einhaltung der Menschenrechte sowie Meinungsfreiheit.


Angola und Äthiopien


Nachdem 1974 in Portugal die Diktatur durch einen Staatsstreich beendet wurde, wurden auch die letzten portugiesischen Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen. Angola wurde daher am 11.11.1975 unabhängig. Schon vor der Unabhängigkeit gab es in Angola drei politische Gruppierungen die alle für die Unabhängigkeit Angolas kämpften. Die MPLA war eine kommunistische Gruppierung und die FNLA sowie die UNITA waren gegen den Kommunismus. Laut einer Vereinbarung zwischen diesen Gruppierungen sollten Wahlen in Angola stattfinden. Trotz dieser Vereinbarung kam es seit 1975 zu einem Bürgerkrieg zwischen diesen Gruppierungen. Die USA versorgten die FNLA mit Waffen und die Sowjetunion die MPLA. Auch Kuba unterstützte die MPLA mit Waffen und kubanische Guerillas kämpften in Angola für die MPLA. Später unterstützten die USA auch die UNITA. Südafrika versorgte die UNITA zunächst einmal mit Waffen und später auch mit Truppen. 1975 besiegten kubanische Truppen die südafrikanischen Truppen und damit waren die FNLA und die UNITA geschlagen. Die MPLA gründete daher am 11.11.1975 die Volksrepublik Angola, die somit kommunistisch war. Der US-Senat stimmte weiterer finanzieller Hilfe für Angola nicht zu. Auch Südafrika zog sich zurück. Der Krieg in Angola ging weiter jedoch ist es der FNLA und der UNITA nicht gelungen die Regierung der MPLA zu stürzen. Seit 1974 gab es Studentenstreiks in Äthiopien. Das Militär schloss sich diesen Streiks an. 1975 wurde die Monarchie in Äthiopien abgeschafft und Major Mengistu Haile Mariam übernahm die Macht. Er gründete die Sozialistische Volksrepublik Äthiopien. 1977 fiel Somalia in Äthiopien ein und besetzte die Region Ogaden. Die Sowjetunion und Kuba unterstützten Äthiopien und mit deren Hilfe wurde Somalia aus Ogaden vertrieben. Dieses Eingreifen der Sowjetunion führte zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion.


Verschlechterung der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen


Bei den US-Präsidentschaftswahlen 1976 konnte sich Jimmy Carter gegenüber Gerald Ford durchsetzen und wurde somit neuer US-Präsident. Laut der Schlussakte von Helsinki von 1975 sollten auch im Ostblock die Menschenrechte eingehalten werden doch die Realität sah anders aus. Unter Carter ermutigten die USA die Menschen im Ostblock auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen und sich ihnen entgegenzustellen. In der Sowjetunion und den osteuropäischen Staaten gab es daraufhin Leute die gegen Menschenrechtsverletzungen protestierten doch viele von ihnen wurden dafür in Gefängnissen und Arbeitslagern eingesperrt. 1977 ersetzte die Sowjetunion ihre alten SS-4 und SS-5 Mittelstreckenraketen in Osteuropa durch neuere SS-20 Mittelstreckenraketen. Die SS-20 Mittelstreckenraketen hatten eine Reichweite von über 5000 km und somit konnte man, von Osteuropa aus, die USA damit nicht erreichen. Die USA steckten ebenfalls viel Geld in die Rüstung und neue Waffentechnologien und gleichzeitig fanden, zwischen den USA und der Sowjetunion, Gespräche über SALT II statt (weitere Rüstungsbegrenzungen). Als Reaktion auf die sowjetischen SS-20 Raketen haben 1979 einige Länder Westeuropas zustimmt, dass auf ihrem Boden amerikanische Pershing II Mittelstreckenraketen stationiert werden. In Westeuropa fanden daraufhin Proteste statt und die Sowjetunion sah sich durch diese Mittelstreckenrakten selbst bedroht. Die Menschenrechtsproblematik im Ostblock, das Modernisieren und Stationieren von Mittelstreckenraketen in Europa und auch das Eingreifen der Sowjetunion und Kubas in Äthiopien führten zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion. Deng Xiaoping, der während der Kulturrevolution in China entmachtet wurde, kam, nach dem Tod von Mao Tse-tung am 9.9.1976, wieder an die Macht. Aufgrund der schlechten amerikanisch-sowjetischen Beziehungen fand nun eine politische Annäherung der USA und China statt. Im Gegensatz zu Mao Tse-tung wollte Deng Xiaoping China modernisieren und auch Wirtschaftsreformen durchführen. Im Iran war seit 1941 Schah Mohammed Resa Pahlewi an der Macht und führte Modernisierungen ein. Die USA unterstützten diesen politischen Kurs und Schah Mohammed Resa Pahlewi. Neben dem politischen Interesse der USA, dass der Iran prowestlich bleibt war auch das Erdöl ein wichtiger Faktor. Es gab immer wieder Widerstandsbewegungen gegen den Schah und schließlich führte er eine Diktatur ein. Seit 1978 gab es einen immer stärkeren Widerstand und 1979 musste der Schah aus dem Iran fliehen. Ayatollah Khomeini kam an die Macht und gründete die Islamische Republik Iran. Somit wurden alle westlichen Einflüsse und Modernisierungen des Schah wieder abgeschafft. Diese Unruhen im Iran hatten einen Anstieg des Erdölpreises zur Folge und somit kam es 1979 und 1980 zu einer erneuten Ölkrise. Am 18.6.1979 unterzeichneten Carter und Breschnew in Wien den SALT II (Strategic Arms Limitation Talks) Vertrag über Rüstungsbegrenzungen. SALT II wurde vom US-Senat jedoch nicht ratifiziert. Außer SALT II wurde auf diesem Treffen in Wien nichts erreicht und die Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion besserten sich nicht. Am 4.11.1979 besetzten iranische Studenten die US-Botschaft in Teheran (Hauptstadt des Iran). Der Grund für diese Geiselnahme war der, dass der Iran die Auslieferung von Schah Mohammed Resa Pahlewi forderte, der sich gerade zu einer medizinischen Behandlung in den USA aufhielt. Der Schah starb am 27.7.1980 in Kairo. Erst im Januar 1981 wurden die Geiseln freigelassen.


Der Afghanistan-Krieg


Seit dem Ende der 70er Jahre wurde auch Afghanistan zu einer Krisenregion. 1973 stürzte Mohammed Daud Khan König Sahir (seinen Cousin) und übernahm die Macht in Afghanistan. Er war prowestlich und brach alle Kontakte zur Sowjetunion ab. 1978 wurde er von der kommunistischen Partei in Afghanistan ermordet und Nur Mohammed Taraki kam an die Macht. Er leitete einige Reformen ein. Frauen sollten nun auch die Möglichkeit bekommen lesen und schreiben zu lernen. Diese neue kommunistische Regierung wurde jedoch von den Mudschaheddin (islamische Widerstandskämpfer) bekämpft. In den USA gab es Überlegungen die Mudschaheddin zu unterstützten, weil die USA immer wieder Angst hatten vor der Ausbreitung des Kommunismus. Anfang 1979 bat Taraki die Sowjetunion um militärische Unterstützung, aber die Sowjetunion beschränkte sich auf die Lieferung von Waffen. Im September 1979 wurde Taraki von Hafizullah Amin gestürzt und ermordet. Amin versuchte die Beziehungen zum Westen zu verbessern. Die Sowjetunion fürchtete, dass Amin sich ganz von der Sowjetunion abwenden könnte. Im Dezember 1979 beschloss die Sowjetunion Truppen nach Afghanistan zu entsenden. Ende Dezember 1979 marschierte die Sowjetunion in Afghanistan ein und tötete am 27.12.1979 Amin. Sie setzten Babrak Karmal als Präsidenten ein. Die USA kritisierten die sowjetische Invasion in Afghanistan und fingen damit an die afghanischen Widerstandskämpfer mit Waffen zu versorgen. Die sowjetische Invasion in Afghanistan verschlechterte die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen sehr. Die Waffenlieferungen liefen über Pakistan. Um über Pakistan Waffen nach Afghanistan liefern zu dürfen unterstützten die USA auch Pakistan finanziell. Der Krieg zwischen der Sowjetunion und den Mudschaheddin ging jahrelang weiter. Als Leonid Breschnew am 10.11.1982 starb wurde Juri Andropow sein Nachfolger. Andropow wollte unter gewissen Bedingungen einen Rückzug der sowjetischen Truppen durchführen. Es kam jedoch zu keiner Einigung zwischen den USA und der Sowjetunion. Besonders durch die Stinger-Raketen die die USA lieferten wurde die Situation für die Sowjetunion in Afghanistan immer schwieriger. Mit den Stinger-Raketen konnten die afghanischen Widerstandskämpfer nun auch sowjetische Flugzeuge abschießen. Die sowjetischen Medien durften keine negativen Fotos von dem Afghanistan-Krieg in der Sowjetunion zeigen. Erst durch Gorbatschows Reformen Mitte der 80er Jahre wurde offener über den Afghanistan-Krieg berichtet. 1986 wurde Mohammed Nadschibullah Präsident von Afghanistan und wollte mit den Widerstandskämpfern verhandeln, aber es gelang nicht. Erst 1988/89 zogen sich die sowjetischen Truppen, unter Gorbatschow, zurück, womit die sowjetische Beteiligung in Afghanistan zu Ende ging.


Ein Rückschlag für die Politik der Entspannung


1980 kam es in Polen zu vielen Preiserhöhungen und dies löste viele Streiks aus. Eine besonders wichtige Rolle sollte dabei dem Streik in der Lenin-Werft in Danzig zu Teil werden. Aus diesem Streik ging im September 1980 die Gewerkschaft Solidarnosc (Solidarität), unter der Führung von Lech Walesa, hervor. Aus diesem wirtschaftlich motivierten Streik wurde auch immer mehr ein politischer und schließlich wurden den Arbeitern, von der Regierung, einige Zugeständnisse gemacht. Die USA waren mit dieser Entwicklung in Polen sehr zufrieden und die Sowjetunion sah es als eine große Bedrohung an. Schon bald hatte Solidarnosc 10 Millionen Mitglieder und richtete sich immer mehr gegen die kommunistische Partei in Polen. 1981 wurde der polnische Verteidigungsminister General Wojciech Jaruzelski zum Ministerpräsidenten ernannt. Am 13.12.1981 verhängte er in Polen das Kriegsrecht mit der Begründung, dass er einen Einmarsch der Sowjetunion verhindern wollte. Solidarnosc wurde verboten, die Kommunikation (z. B. Telefon) wurde unterbunden, es gab ein Versammlungsverbot und das Militär war überall präsent. Die Führer von Solidarnosc wurden verhaftet. Im Untergrund arbeitete Solidarnosc jedoch weiter. 1980 wurde Ronald Reagan zum US-Präsidenten gewählt. Der Afghanistan-Krieg stellte, schon zur Zeit von Jimmy Carter, einen enormen Rückschlag für die Politik der Entspannung dar. Auch Reagan wollte nicht mehr an der Politk der Entspannung festhalten und erhöhte die US-Verteidigungsausgaben. Seit dem Ende der 70er Jahre gab es in Nicaragua vermehrt Widerstand gegen den Diktator Anastasio Somoza Debayle. Die USA haben Somoza schon seit Jahren unterstützt, weil sie nicht wollten, dass Nicaragua kommunistisch wird. Es entstanden mehrere Gruppen die eigene Vorstellungen hatten und Somoza stürzen wollten. 1979 kamen die Sandinisten an die Macht und Somoza floh aus Nicaragua. Er wurde 1980 in Paraguay ermordet. Die Sandinisten wurden von Kuba unterstützt und führten den Kommunismus in Nicaragua ein. Ab 1981 gab es jedoch eine Widerstandsbewegung gegen diese neue Regierung der Sandinisten. Diese Widerstandsbewegung der Contras wurde von den USA unterstützt. Es folgten noch jahrelange Kämpfe zwischen der Regierung und den Contras. Breschnews Nachfolger Juri Andropow schlug neue Rüstungsbegrenzungen vor, aber die USA waren daran nicht interessiert. Reagan war der Ansicht, dass die Sowjetunion wirtschaftlich garnicht in der Lage ist weiter aufzurüsten. Reagans Idee war es ein Verteidigungssystem im Weltraum aufzubauen welches Atomraketen, im Flug, zerstören könnte. Neben dem Afghanistan-Krieg führte diese Kompromisslosigkeit der USA zu schlechten Beziehungen mit der Sowjetunion. Reagan beabsichtigte alle antikommunistischen Bewegungen auf der Welt zu unterstützten auch in den Staaten die zur sowjetischen Einflusszone gehörten. Dies führte erneut zur Angst vor einem atomaren Weltkrieg. Am 31.8.1983 passierte ein tragisches Ereignis welches ebenfalls die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen verschlechterte. An diesem Tag wurde, über der sowjetischen Insel Sachalin, eine zivile Boeing 747 (Jumbo Jet) der Korean Airlines (mit über 200 Passagieren an Bord) von einem sowjetischen Suchoi-15 Abfangjäger abgeschossen. Die Crew und alle Passagiere starben. Die Boeing 747 war unterwegs von New York nach Seoul. Warum die Boeing 747 vom Kurs abgekommen ist ist bis heute nicht geklärt. Ebenfalls 1983 wurden, wie vorher vereinbart, amerikanische Mittelstreckenraketen in Westeuropa stationiert. Dies hatte einen Abbruch der amerikanisch-sowjetischen Abrüstungsverhandlungen zur Folge. Erst 1984 kam es wieder zu einer Besserung der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen. Nach längerer Krankheit starb Andropow am 9.2.1984. Sein Nachfolger wurde Konstantin Ustinowitsch Tschernenko, doch bereits am 10.3.1985 starb auch er.


Veränderungen in der Sowjetunion: Glasnost und Perestroika


Tschernenkos Nachfolger wurde Michail Sergejewitsch Gorbatschow. Er war deutlich jünger als die vorherigen Regierungschefs der Sowjetunion und er wollte Reformen durchführen. Diese Reformen wurden Glasnost (Offenheit oder Transparenz) und Perestroika (Umbau oder Umstrukturierung) genannt. In den folgenden Jahren wurde die Sowjetunion immer liberaler und es gab auch Pressefreiheit. Das war der erste Schritt zum Ende des Kalten Krieges. Gorbatschow holte jüngere Leute in seine Regierung die aktiver waren und mit deren Hilfe er seine Reformen durchführen wollte. Zu nennen wären vor allem Boris Jelzin und Eduard Schewardnadse. Das sowjetische Volk war von diesen Reformen begeistert. Gorbatschow wollte das Wettrüsten unbedingt aufhalten und zwar nicht nur aufgrund der nuklearen Gefahr, sondern auch weil die Sowjetunion es sich wirtschaftlich nicht mehr leisten konnte. Daher fand am 19.11.1985 ein Treffen zwischen Gorbatschow und Reagan in Genf statt. Bei diesem Treffen wurde die Reduzierung verschiedener Atomwaffen besprochen. Im Oktober 1986 gab es wieder ein Treffen zwischen Gorbatschow und Reagan und zwar in Reykjavik. Eine Einigung konnte hier zwar noch nicht erzielt werden, aber die Gespräche waren ein wichtiger Schritt in Richtung Abrüstung. Am 12.6.1987 hielt Reagan vor dem Brandenburger Tor in Berlin eine Rede in der er Gorbatschow dazu aufforderte die Berliner Mauer abzureißen. Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Abrüstung war die Unterzeichnung des INF-Vertrages (Intermediate Range Nuclear Forces) im Dezember 1987 durch Gorbatschow und Reagan. Dieser Vertrag sah vor, dass alle amerikanischen und sowjetischen Mittelstreckenraketen die in Europa stationiert waren abgezogen und verschrottet werden. Im Juni 1988 besuchte Reagan Moskau. Auch dieses Treffen trug zu einer Festigung der guten amerikanisch-sowjetischen Beziehungen bei. 1988 wurde George Bush zum US-Präsidenten gewählt. Am 7.12.1988 hielt Gorbatschow eine Rede vor der UNO in der er sich dafür aussprach, dass die osteuropäischen Staaten ihren eigenen Weg gehen sollten und nicht mehr von der Sowjetunion abhängig sein sollten. Darüber hinaus wollte er die sowjetischen Truppen reduzieren und sie aus Osteuropa abziehen. Inspiriert von dieser Rede kam es 1989 zu Demonstrationen in einigen Sowjetrepubliken z. B. in Georgien. Diese Sowjetrepubliken wollten unabhängig werden, aber Gorbatschow wollte nicht, dass die Sowjetunion zerfällt. Im Zuge dieser Veränderungen konnte die Gewerkschaft Solidarnosc in Polen politisch tätig werden. Es kam zu Gesprächen mit Jaruzelski und es wurde vereinbart, dass im Juni 1989 Wahlen in Polen stattfinden sollen. Solidarnosc hat diese Wahlen im Juni 1989 gewonnen. Ungarn wandte sich, während des Jahres 1989, ebenfalls immer mehr vom Kommunismus ab. Gorbatschow wollte auch die Beziehungen zu China verbessern die schon seit Jahren sehr schlecht waren. Am 15.5.1989 besuchte Gorbatschow Peking. Bei diesem Treffen mit Deng Xiaoping wurde vor allem die Reduzierung der Grenztruppen beider Staaten besprochen da die sowjetisch-chinesische Grenze auf beiden Seiten sehr stark bewacht wurde. Seit April 1989 demonstrierten Studenten in einigen chinesischen Städten, darunter auch Peking, für mehr Demokratie. Während Gorbatschows Besuch, in Peking im Mai 1989, demonstrierten die Studenten weiter und sie wünschten sich einen ähnlichen Reformer wie Gorbatschow. Anfang Juni 1989 wurden diese Demonstrationen auf dem "Platz des Himmlischen Friedens" in Peking blutig niedergeschlagen. Es wurden auch Panzer eingesetzt und viele Studenten wurden dabei getötet. Im Anschluss daran wurden viele Anhänger der Demokratiebewegung in China verhaftet.


Der Fall der Berliner Mauer


Am 24.8.1989 wurde in Polen Tadeusz Mazowiecki zum Ministerpräsidenten gewählt. Er gehörte zur Solidarnosc und war somit der erste nicht-kommunistische Ministerpräsident Polens seit dem 2. Weltkrieg. Die kommunistische Partei Polens stellte sich nicht gegen diese Wahl und das deutete auf wahre Veränderungen hin. Im September 1989 trafen sich der amerikanische Außenminister James Baker und der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse in den USA. Sie diskutierten über Abrüstung und dieses Treffen trug auch zum besseren Verhältnis beider Staaten bei. Anfang Oktober 1989 reiste Gorbatschow nach Ost-Berlin zur 40. Jahresfeier des Bestehens der DDR. In der DDR gab es weiterhin eine Diktatur unter der Führung von Erich Honecker. Als Gorbatschow die Proteste in der DDR sah empfahl er Honecker seine Politik zu ändern, doch Honecker blieb bei seiner Politik. Außer der Demonstrationen auf den Straßen kam es innerhalb der sozialistischen Partei der DDR zu Konflikten. Am 18.10.1989 musste Honecker zurücktreten. Egon Krenz wurde sein Nachfolger. Die Demonstrationen der Menschen in der DDR gingen weiter und eine besonders große Demonstration fand am 4.11.1989 in Ost-Berlin statt. Am 9.11.1989 verkündete die Regierung der DDR, dass jeder DDR-Bürger nach Westdeutschland fahren darf. Damit fiel in der Nacht vom 9.11.1989 auf den 10.11.1989 die Berliner Mauer. Es gab in dieser Nacht eine feierliche Begrüßung zwischen tausenden Ost- und West-Berlinern. Gorbatschow war jedoch gegen eine schnelle Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland. Nach dem Fall der Berliner Mauer kam es auch in der Tschechoslowakei zu Demonstrationen. Auch hier konnte sich die kommunistische Regierung nicht mehr behaupten und musste freien Wahlen zustimmen. Ende 1989 wurde Václav Havel zum Präsidenten der Tschechoslowakei gewählt und Alexander Dubcek, der während des Prager Frühlings 1968 entmachtet wurde, wurde zum Präsidenten des tschechoslowakischen Parlaments gewählt. Am 2.12.1989 fand ein Treffen zwischen Bush und Gorbatschow auf einem Schiff vor Malta statt. Dieses Treffen trug zu einer weiteren Festigung der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen bei. Die Abrüstung sollte vorangetrieben werden und auch wirtschaftliche Veränderungen in der Sowjetunion wurden besprochen. Im Dezember 1989 kam es auch in Rumänien zu Demonstrationen. Der rumänische Diktator Nicolae Ceausescu ließ auf die Demonstranten schießen. Ceausescu wurde entmachtet und versuchte zu fliehen. Er und seine Frau Elena wurden jedoch gefangen genommen, zum Tode verurteilt und am 25.12.1989 hingerichtet. 1989 fanden auch in Bulgarien Veränderungen statt und 1990 wandte sich Bulgarien ebenfalls vom Kommunismus ab. Innerhalb so kurzer Zeit schafften alle osteuropäischen Staaten den Kommunismus ab und damit war der Ostblock zerfallen.


Das Ende des Kalten Krieges


Einige Sowjetrepubliken waren nun auch bestrebt unabhängig zu werden, aber Gorbatschow wollte nicht, dass die Sowjetunion zerfällt. Besonders die drei baltischen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen wollten unabhängig werden da sie 1944 von Stalin annektiert worden sind. Am 11.3.1990 erklärte sich Litauen offiziell für unabhängig. Am 14.3.1990 wurde Gorbatschow zum Präsidenten der Sowjetunion gewählt. Dieses Amt wurde erst kurz zuvor geschaffen. Am 29.5.1990 wurde Jelzin zum Präsidenten des Parlaments der Sowjetrepublik Russland gewählt. In den folgenden Monaten fanden Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Deutschlands statt. Daran beteiligt waren die vier Besatzungsmächte Großbritannien, Frankreich, USA, die Sowjetunion sowie West- und Ostdeutschland. Diese Staaten handelten die Bedingungen für eine deutsche Wiedervereinigung aus und als Abschluss unterschrieben sie am 12.9.1990 in Moskau den Zwei-plus-Vier-Vertrag. Damit wurde Deutschland vollkommen unabhängig. Am 3.10.1990 fand die Wiedervereinigung zwischen West- und Ostdeutschland statt. Die Sowjetunion war ebenfalls im Wandel, es wurden auch Schritten eingeleitet um zur Marktwirtschaft überzugehen. Während des Jahres 1990 verkündeten immer mehr Sowjetrepubliken ihre Unabhängigkeit. Gorbatschow präsentierte daraufhin mehrere Vorschläge um die Sowjetunion zusammenzuhalten. Anfang Januar 1991 gab es in Litauen und in Lettland einige blutige Zwischenfälle. Da sich diese Republiken unabhängig machen wollten, besetzten sowjetische Truppen wichtige Gebäude in Vilnius (Hauptstadt Litauens) und in Riga (Hauptstadt Lettlands). Dabei starben mehrere Menschen und daher wurde diese Aktion von anderen Staaten kritisiert. Daraufhin stoppte Gorbatschow das blutige Vorgehen. Gorbatschow geriet damit immer mehr in eine schwierige Lage, denn die Hardliner in der Politik waren gegen ihn und seine Reformen und die Demonstrationen für Unabhängigkeit in den Sowjetrepubliken richteten sich ebenfalls gegen ihn. Auch in Russland demonstrierten die Menschen gegen den Kommunismus und für Jelzin. Am 12.6.1991 fanden freie Wahlen statt und Jelzin wurde zum russischen Präsidenten gewählt. Am 18.8.1991 kam es zu einem Putsch gegen Gorbatschow. Es waren Politiker aus Gorbatschows Regierung die jedoch konservativ waren. Als es zu diesem Putsch kam machte Gorbatschow gerade Urlaub auf der Halbinsel Krim. Die Putschisten hielten Gorbatschow einige Tage an seinem Urlaubsort gefangen. Jelzin war zu dieser Zeit in Moskau und stellte sich dem Putschversuch entgegen. Die Putschisten fanden keine Unterstützung in der Bevölkerung und daher ging der Putschversuch auch schon am 21.8.1991 zu Ende. Jelzin, der sich dem Putsch wiedersetzt hat, übernahm nun die Macht in Russland und Gorbatschow war damit entmachtet. Daraufhin erklärten sich weitere Sowjetrepubliken für unabhängig. Am 8.12.1991 beschlossen Russland, die Ukraine und Weißrussland die Sowjetunion aufzulösen. Am 25.12.1991 wurde die Sowjetunion offiziell aufgelöst und daraus sind 15 unabhängige Staaten hervorgegangen: Russland, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Ukraine, Moldawien, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgisistan, Tadschikistan.


Autor und Webmaster: Lukas Czarnecki

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Letzte Änderung: 23.11.2005