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Chinesisches Porzellan


Keramische Gegenstände werden aus Ton gemacht. Quarz (Siliciumdioxid: SiO2), Glimmer und Feldspat (Aluminiumsilicate) sind wichtige Bestandteile von Ton. Keramische Gegenstände gibt es in China bereits seit der Jungsteinzeit. Die Yangshao-Kultur und die Longshan-Kultur haben keramische Gefäße hergestellt. Schon zu dieser Zeit, also um 2000 v. Chr., hatten die Gefäße recht interessante Muster und Formen. Die Gefäße der Longshan-Kultur waren schwarz. Es gibt viele Gefäße die drei oder vier Beine haben. Bereits damals lag die Brenntemperatur bei 1000 Grad Celsius. Die Shang-Dynastie war eine Kultur der Bronzezeit und anfangs wurden eher Gegenstände aus Bronze als aus Ton gemacht. Die Bronzegießerei brachte neue Formen mit sich die später auf die Keramik übertragen wurden. Die Gefäße wurden damals schon bemalt. Den Königen waren Keramiken immer sehr wichtig gewesen. Zur Zeit der Zhou-Dynastie kannte man bereits Glasuren und hat sie gezielt eingesetzt. Es gab schon einige Keramiken die Kaolin enthielten und somit den ersten Schritt zum Porzellan darstellen. Zu dieser Zeit und auch vorher gab es die Sitte Toten viele Gegenstände ins Grab zu legen. Es waren zum einen Gefäße, aber auch Menschenfiguren, kleine Keramikhäuser und Tiere aus Keramik gehörten dazu. Unten ist ein Keramiktopf aus der Tang-Dynastie (618 - 907) zu sehen. Im 7. Jahrhundert gab es das erste Porzellan. Schon vor der Tang-Dynastie gab es eine Glasur die in China besonders beliebt war, weil sie sehr der grünen Farbe von Jade ähnelt. Diese grüne Glasur eignete sich jedoch nicht für Porzellan, sondern für Keramiken. Zu dieser Zeit waren Keramiken mit dieser grünen Glasur viel begehrter als Porzellan. Jade wird nämlich schon sehr lange in China bearbeitet und hat daher eine sehr große Bedeutung. An dieser Stelle muss man etwas zum Porzellan sagen und zwar besteht Porzellan aus Kaolin, Feldspat (Aluminiumsilicate) und Quarz (Siliciumdioxid: SiO2). Porzellan klingt beim anschlagen. Lediglich zwei Farben lassen sich unter der Glasur und somit vor dem brennen auftragen. Es sind die Farben blau und rot. Blau ist auch bekannt als Cobaltblau oder chemisch gesehen Cobaltaluminat (CoAl2O4). Rot ist Kupferoxid (Cu2O). Die Verbindungen die andere Farben ergeben, zerfallen bei so hohen Temperaturen wie 1400 Grad Celsius. Daher können sie erst nach dem brennen auf die Glasur aufgetragen werden. Um sie festzuhalten muss das Porzellanstück noch einmal bei etwa 800 Grad Celsius gebrannt werden. Kaolin wurde nach einem chinesischen Berg namens Kaoling benannt. Kaolin besteht vor allem aus dem Mineral Kaolinit (Al2O3 * 2SiO2 * H2O). In der Tang-Dynastie gab es für Figuren viele neue Formen, aber wie schon erwähnt, warden die meisten Gegenstände damals noch immer Keramiken und kein Porzellan. Zur Zeit der Song-Dynastie (960 - 1279) entstanden sehr viele verschiedene Keramikarten. Erst seit der Yuan-Dynastie (1279 - 1368) steht das Porzellan in China im Vordergrund vor anderen Keramikarten. Vor allem die Ming-Dynastie (1368 - 1644) ist für die Blauweiß-Malerei bekannt. Hier kam das Cobaltblau (Cobaltaluminat: CoAl2O4) zur Anwendung. Dies wurde unter der Glasur aufgetragen. Vor allem Pflanzen, aber auch Tiere (auch Drachen) standen bei dieser Malerei im Vordergrund. Während der ganzen Ming-Dynastie wurden die Techniken verfeinert. Jingdezhen war bereits zur Tang-Dynastie (618 - 907) die Hauptstadt des Porzellans. In der Ming-Dynastie entstanden viele Manufakturen in Jingdezhen. Auch Europa wurde zur dieser Zeit ein großer Abnehmer des chinesischen Porzellans. Die Portugiesen handelten im 16. Jahrhundert viel mit China und so kam damals viel chinesisches Porzellan nach Portugal. Ein wunderschönes Beispiel für die Blauweiß-Malerei der Ming-Dynastie ist die unten abgebildete Porzellanschale aus der Wanli-Zeit (1573 - 1620). Es gab auch einige rote Malereien. Alle anderen Farben mussten, wie schon erwähnt, auf die Glasur aufgetragen werden. Besonders gutes Blauweiß-Porzellan gab es in der Qing-Dynastie während der Kangxi-Zeit (1662 - 1722). Auch aus dieser Zeit ist unten eine Porzellanvase abgebildet. Die Malerei zeigt eine chinesische Landschaft. Natürlich gibt es auch Porzellanstücke die mit mehreren Farben bemalt sind. Während der Ming-Dynastie und der Qing-Dynastie gab es eine ganz besondere Porzellanart die "Blanc de Chine" genannt wird. Durch viel Feldspat ist dieses Porzellan viel weißer. Dieses Porzellan wurde nicht bemalt, sondern daraus wurden unbemalte Figuren gemacht. Es kommt jedoch nicht auf Jingdezhen, sondern aus Dehua. Auch davon ist eine Figur unten abgebildet. Es handelt sich um eine Figur aus dem 18. Jahrhundert. Auch August der Starke, König von Polen und Kurfürst von Sachsen, hat leidenschaftlich chinesisches Porzellan gesammelt. Im 17. Jahrhundert hat man am Hof August des Starken geschafft Porzellan herzustellen. Das war das erste europäische Porzellan. Kurz darauf wurde die berühmte Porzellanmanufaktur in Meißen gegründet.

Keramiktopf
Keramiktopf, China, 7. Jahrhundert - 10. Jahrhundert, Tang-Dynastie (618 - 907)
Porzellanschale
Porzellanschale, China, Ende 16. Jahrhundert, Ming-Dynastie (1368 - 1644)


Porzellanvase
Porzellanvase, China, Anfang 18. Jahrhundert, Qing-Dynastie (1644 - 1911)


Porzellanvase
Porzellanvase, China, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, Qing-Dynastie (1644 - 1911)


Blanc de Chine Porzellan
Blanc de Chine Porzellan (Göttin Guanyin), China, 18. Jahrhundert, Qing-Dynastie (1644 - 1911)


Autor und Webmaster: Lukas Czarnecki

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Letzte Änderung: 21.01.2006