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Anorganische Chemie


Hier werden viele anorganischen Verbindungen vorgestellt. Anorganische Stoffe sind Stoffe ohne lange Kohlenstoffketten. Anorganische Stoffe zeichnen sich immer durch ziemlich kleine Moleküle aus und keine Makromoleküle. Von ihnen gibt es viel weniger Verbindungen als von organischen Verbindungen.


Elemente des Periodensystems

Alkalimetalle: Die Alkalimetalle bilden die erste Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihnen gehören Lithium (Li), Natrium (Na), Kalium (K), Rubidium (Rb), Caesium (Cs) und Francium (Fr). Sie haben also nur ein Außenelektron und dieses ist nur sehr schwach gebunden. Sie sind also die unedelsten Stoffe. An der Luft laufen all diese Metalle sehr schnell an. Sie reagieren also sehr schnell mit Sauerstoff und somit bildet sich auf ihnen eine Oxidschicht. Daher werden Alkalimetalle in flüssigen Kohlenwasserstoffen wie z. B. Petroleum aufbewahrt. Die Reaktionsfähigkeit nimmt von Lithium zum Caesium zu. Sie reagieren sofort mit Wasser, wobei sie dabei brennen oder sogar eine kleine Explosion hervorrufen können. Aufgrund des großen Radius von Caesium ist sein Außenelektron besonders frei beweglich, so dass Caesium so stark mit Sauerstoff reagiert, dass es schon an der Luft anfängt zu brennen. Reagieren diese Metalle jedoch mit Wasser so entstehen Laugen, wie beispielweise die Natronlauge (NaOH). Außerdem sind die sehr weich.

Erdalkalimetalle: Die Erdalkalimetalle bilden die zweite Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihnen gehören Beryllium (Be), Magnesium (Mg), Calcium (Ca), Strontium (Sr), Barium (Ba) und Radium (Ra). Diese Elemente haben zwei Außenelektronen und reagieren daher nicht so stark wie die Alkalimetalle, dennoch bilden auch sie Laugen. Diese Elemente sind viel härter als die Alkalimetalle. Magnesium ist ein Element was nicht nur in Sauerstoff brennt, sondern auch in Stoffen die Sauerstoff enthalten. Daher brennt Magnesium auch in Wasser. Taucher benutzen aus diesem Grunde Magnesiumfackeln zur Beleuchtung.

Borgruppe: Die Borgruppe bildet die dritte Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihr gehören Bor (B), Aluminium (Al), Gallium (Ga), Indium (In) und Thallium (Tl). Bor ist ein Halbmetall während die restlichen vier Vertreter Metall sind. Das meistverwendete Element dieser Gruppe ist Aluminium. Sie sind noch immer ziemlich reaktionsfreudig. Bei der Verwendung von Aluminium als Gebrauchsmetall wird es durch eine Oxidschicht geschützt.

Kohlenstoff-Silicium-Gruppe: Die Kohlenstoff-Silicium-Gruppe bildet die vierte Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihr gehören Kohlenstoff (C), Silicium (Si), Germanium (Ge), Zinn (Sn) und Blei (Pb). Kohlenstoff ist bereits so edel, dass es ein Nichtmetall ist. Silicium und Germanium sind Halbmetalle und Zinn und Blei sind Metalle. Blei ist ein sehr weiches Metall. Silicium kommt sehr oft als Siliciumdioxid (Quarz) vor. Silicium und Germanium sind sehr wichtige Halbleiter und für die Elektronik sehr geeignet.

Stickstoff-Phosphor-Gruppe: Die Stickstoff-Phosphor-Gruppe bildet die fünfte Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihr gehören Stickstoff (N), Phosphor (P), Arsen (As), Antimon (Sb) und Bismut (Bi). Stickstoff und Phosphor sind Nichtmetalle. Arsen und Antimon sind Halbmetalle und Bismut ist ein Metall. Stickstoff ist mit 80% der Hauptbestandteil der Erdatmosphäre, wobei es molekular bzw. zweiatomig (N2) auftritt.

Chalkogene: Die Chalkogene bilden die sechste Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihnen gehören Sauerstoff (O), Schwefel (S), Selen (Se), Tellur (Te) und Polonium (Po). Sauerstoff und Schwefel sind Nichtmetalle. Selen und Tellur sind Halbmetalle und Polonium ist ein Metall.

Halogene: Die Halogene bilden die siebte Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihnen gehören Fluor (F), Chlor (Cl), Brom (Br), Iod (I) und Astat (At). Fluor, Chlor, Brom und Iod sind Nichtmetalle. Astat ist ein Halbmetall. Den Halogenen fehlt nur noch ein Elektron zur Edelgaskonfiguration und daher sind sie sehr reaktionsfreudig. Fluor ist das reaktionsfreudigste aller Elemente. Viele Stoffe (z. B. Holz) fangen sofort an zu brennen, wenn sie mit Fluor in Berührung kommen. Fluor ist ein farbloses Gas. Auch die anderen Halogene sind durch ihre reaktionsfreudige und somit ätzende Wirkung sehr gefährlich. Chlor wurde als stark ätzendes Gift im 1. Weltkrieg eingesetzt. Es ist gelbgrün. Brom ist bei Zimmertemperatur eine dunkelfarbige Flüssigkeit und ist genauso wie die anderen Halogene ein sehr ätzender Stoff.

Edelgase: Die Edelgase bilden die achte Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihnen gehören Helium (He), Neon (Ne), Argon (Ar), Krypton (Kr), Xenon (Xe) und Radon (Rn). Sie sind alle Nichtmetalle und wie der Name schon sagt sind sie Gase. Sie haben 8 Außenelektronen bzw. Helium als Ausnahme 2 und reagieren somit fast überhaupt nicht. Sie sind die edelsten Elemente.

Übergangsmetalle: Zahlenmäßig haben wir die meisten Elemente des Periodensystems noch garnicht erwähnt. Es sind alles die sogenannten Übergangsmetalle. Es sind alles Metalle, bei denen die weiteren unten liegenden Elektronenschalen aufgefüllt werden. Bekannte Metalle wie z. B. Gold (Au), Silber (Ag), Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Quecksilber (Hg) und viele andere gehören dazu. Darüber hinaus gehören dazu auch die Lanthanoide ("seltene Erden") und die Actinoide. Bekannte Vertreter der Actinoide dürften die beiden radioaktiven Elemente Uran (U) und Plutonium (Pu) sein. Mehr dazu auf der Homepage der Kernphysik.


Säuren


In diesem Kaptiel werden wir uns einigen anorganischen Säuren zuwenden. Zu beachten dabei ist jedoch, dass man wenn man von Salzsäure spricht damit die Formel HCl verbindet. Wie wir gesehen haben ist jedoch HCl Chlorwasserstoff und außerdem ein Gas. Salzsäure entsteht erst von man HCl in wässrigen Lösungen löst. In der Chemie reicht es jedoch aus für Salzsäure HCl zu sagen, da jeder Chemiker weiß, dass es sich eigentlich um, in Wasser gelöstes, Chlorwasserstoffgas handelt.

Salzsäure und andere Halogenwasserstoffe: Salzsäure hat die chemische Formel HCl, jedoch in Wasser gelöst. Chlorwasserstoff hat eine Schmelztemperatur von -114 Grad Celsius und eine Siedetemperatur von -85 Grad Celsius. Chlorwasserstoff ist farblos und hat einen stark stechenden Geruch. Chlorwasserstoff gehört zu den Halogenwasserstoffen. In wässriger Lösung (als Säure) ist Chlorwasserstoff schwächer als Bromwasserstoff (HBr) und Iodwasserstoff (HI), aber stärker als Fluorwasserstoff (HF). Salzsäure ist eine sehr starke Säure und wirkt somit sehr ätzend. 37%-ige Salzsäure bezeichnet man als konzentrierte Salzsäure. Konzentrierte Salzsäure raucht an der Luft, weil sie schon sehr stark gesättigt ist. Es entweicht Chlorwasserstoffgas. Salzsäure ist auch Bestandteil des Magensafts. Im Mundbereich und in der Speiseröhre kann Salzsäure Verätzungen hervorrufen. Auch auf die Haut hat konzentrierte Salzsäure eine ätzende Wirkung. Mit unedlen Metallen reagiert Salzsäure sehr gut, da sie sehr stark ist. Die dabei entstehenden Verbindungen heißen Chloride und sind die Salze der Salzsäure. Eins davon ist Kochsalz (NaCl). Chlorwasserstoff wird direkt aus den Elementen Wasserstoff und Chlor hergestellt. Bei der Reaktion von Kochsalz (NaCl) mit Schwefelsäure (H2SO4) entsteht ebenfalls HCl. Für die chemische Forschung wie auch für die Industrie ist Salzsäure ein sehr wichtiger Stoff.

Schwefelsäure: Schwefelsäure hat die chemische Formel H2SO4, jedoch in Wasser gelöst. Es ist eine sehr starke Säure und sie ist farb- und geruchlos. Beim lösen in Wasser muss man beachten, dass man die Säure ins Wasser schütten muss und nicht umgekehrt. Ansonsten würde die Säure sehr stark spritzen, da es beim lösen zu einer starken Wärmeentwicklung kommt. Schwefelsäure reagiert mit unedlen Metallen, wie auch mit organischen Stoffen wie z. B. Papier. Es ist eine zweiprotonige Säure, so dass sie zweimal protolysieren kann. Die Salze, die sich nach der Erstprotolyse bilden heißen Hydrogensulfate, da das entstande Säurerest-Anion HSO4- ist. Die Salze, die sich nach der Zweitprotolyse bilden heißen Sulfate, da das entstande Säurerest-Anion nun SO42- ist. Eine wichtige Verwendung findet Schwefelsäure als Elektrolyt in Blei-Akkumulatoren im Auto. Auch Schwefelsäure ist ein industriell sehr wichtiger Stoff.

Salpetersäure und ihre Salze: Salpetersäure hat die chemische Formel HNO3, jedoch in Wasser gelöst. HNO3 selbst ist eine farblose Flüssigkeit. Salpetersäure ist etwas schwächer als Salzsäure und Schwefelsäure. Salpetersäure verätzt die Haut und auch das einatmen der Dämpfe kann Verätzungen im Körperinneren zur Folge haben. Eine Mischung aus Salpetersäure und Salzsäure nennt man Königswasser, weil es im Stande ist Gold aufzulösen. Die Salze der Salpetersäure heißen Nitrate. Hochkonzentrierte Salpetersäure kann organische Stoffe wie z. B. Holz beim Kontakt entzünden. Durch eine gezielte Verbrennung von Ammoniak (NH3) wird Salpetersäure hergestellt. Man verwendet Salpetersäure industriell als Oxidationsmittel. Natriumnitrat (NaNO3) ist ein wichtiges Salz der Salpetersäure. Es wird auch Natronsalpeter und Chilesalpeter genannt. Es wird vor allem als Düngemittel eingesetzt. Kaliumnitrat (KNO3) oder auch Kalisalpeter ist explosionsfähig. So ist Schwarzpulver eine Mischung aus Kohle, Schwefel und Kaliumnitrat.

Kohlensäure und ihre Salze: Kohlensäure hat die chemische Formel H2CO3, jedoch in Wasser gelöst. Die Säure existiert nur in wässrigen Lösungen. Sie entsteht wenn man Kohlenstoffdioxid (CO2) in Wasser löst. Es ist eine mittelstarke Säure. Je nachdem wie oft die Kohlensäure protolysiert hat nennt man ihre Salze Hydrogencarbonate oder Carbonate. Viele Getränke enthalten Kohlensäure was man den Blässchen und am Geschmack merkt. Natriumcarbonat (Na2CO3) ist ein wichtiges Salz der Kohlensäure. Es ist auch unter dem Namen Soda bekannt. Es kann viel Wasser binden (hygroskopisch). Es reagiert stark alkalisch und eignet sich daher gut zum neutralisieren von Säuren. Verwendet wird es vor allem für die Glasfabrikation und als Ausgangsstoff für viele andere Chemikalien. Auch Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) ist ein wichtiges Salz der Kohlensäure. Es wird vor allem als Backpulver verwendet. Auch Caliciumcarbonat (CaCO3) ist ein wichtiges Salz der Kohlensäure. Es kommt in der Natur als Kalk, Calcit (Kalkspat), Marmor und Korallen vor.

Phosphorsäure: Phosphorsäure hat die chemische Formel H3PO4, jedoch in Wasser gelöst. Wie man der Formel entnehmen kann handelt es sich hierbei um eine dreiprotonige Säure. Reine Phosphorsäure hat einen Schmelzpunkt von 42,3 Grad Celsius und ist somit bei Zimmertemperatur fest. Im allgemeinen ist Phosphorsäure eine mittelstarke Säure und für den menschlichen Körper unschädlich. Je nachdem wie oft die Phosphorsäure protolysiert hat nennt man ihre Salze Dihydrogenphosphate, Hydrogenphosphate oder Phosphate. Phosphorsäure wird aus Rohphosphat-Mehl hergestellt. Phosphorsäure wird vor allem für phosphorhaltige Düngemittel verwendet. Verschiedene Getränke, wie Coca Cola enthalten Phosphorsäure.


Laugen


Für Laugen gilt dasselbe wie für Säuren. Man spricht erst dann von einer Lauge, wenn der entsprechende Stoff in einer wässrigen Lösung gelöst ist.

Natronlauge: Natronlauge hat die chemische Formel NaOH, jedoch in Wasser gelöst. Ungelöst ist es bei Zimmertemperatur ein weißes kristallines Pulver. Natriumhydroxid löst sich auch in Alkoholen. Beim lösen in Wasser erwärmt es sich stark. Natronlauge verätzt die Haut. Das OH--Ion ist wie auch bei anderen Laugen das entscheidende Element. Denn im Wasser dissoziiert Natriumhydroxid, wie auch Säuren, wobei Laugen immer vollständig dissoziieren. Laugen wirken stets alkalisch und sind somit das Gegenteil von Säuren. Natriumhydroxid ist außerdem wasseranziehend, so dass sich bei hoher Luftfeuchtigkeit leicht Natronlauge bilden kann. Daher sollte es immer verschlossen aufbewahrt werden. Wenn man Salzsäure (HCl) mit Natronlauge neutralisiert, so bilden sich Natriumchlorid (NaCl) und Wasser. Technisch wird Natronlauge durch eine elektrolytische Reaktion von Kochsalz (NaCl) und Wasser hergestellt. Entscheidend ist Natriumhydroxid für die Herstellung von Seife und anderen Reinigunsmitteln. Seifen haben immer einen alkalischen Charakter.

Kalilauge: Kalilauge hat die chemische Formel KOH, jedoch in Wasser gelöst. Auch hier haben wieder ein Alkalimetall in der Verbindung. Daher sind Kaliumhydroxid und die Kalilauge, Natriumhydroxid und der Natronlauge sehr ähnlich. Kaliumhydroxid ist ebenfalls bei Zimmertemperatur fest und weiß. Es ist auch wasseranziehend, so dass es gut verschlossen aufbewahrt werden muss. Kaliumhydroxid löst sich auch in Alkoholen. Die Kalilauge ist ebenfalls stark ätzend, so dass sie nicht mit der Haut in Berührung kommen darf. Wenn man Salzsäure (HCl) mit der Kalilauge neutralisiert, so bilden sich Kaliumchlorid (KCl) und Wasser. Kaliumchlorid ist neben dem bekannten Kochsalz (NaCl) ein weiteres Salz der Salzsäure. Auf elektrolytischem Weg wird aus Kaliumchlorid Kaliumhydroxid gewonnen. Es wird als Elektrolyte in einigen Akkumulatoren eingesetzt.


Anorganische Gifte


Blausäure: Die Blausäure ist als Säure fast zu vernachlässigen, weil sie in ihren Säureeigenschaften sehr schwach ist, aber dafür ist sie sehr giftig. Sie hat die chemische Formel HCN und heißt daher auch Cyanwasserstoff. Der wichtige Teil ist dabei das Cyanid-Ion (CN-). Zwischen dem Kohlenstoffatom und dem Stickstoffatom liegt eine Dreifachbindung vor. Cyanwasserstoff ist bis 26 Grad Celsius noch flüssig und danach gasförmig. Es ist farblos. Es riecht nach bitteren Mandeln. Blausäure blockiert den Sauerstofftransport aus dem Hämoglobin zum Gewebe. Dies führt zur inneren Erstickung. Damit ist Blausäure eins der stärksten Gifte. Außerdem geschieht dieser Vorgang innerhalb weniger Sekunden. Blausäure kann auch über die Haut absorbiert werden und das macht sie noch gefährlicher als sie ohnehin schon ist. Die Salze der Blausäure heißen Cyanide und sind ebenfalls alle hochgiftig. Der Geruch von bitteren Mandeln wird durch Blausäure verursacht. Im Zweiten Weltkrieg wurde Blausäure unter dem Namen Zyklon B in Gaskammern verschiedener Konzentrationslager eingesetzt, da es sehr schnell wirkt. Die tödliche Dosis liegt bei 1 mg Cyanid-Ionen (CN-) pro 1 kg Körpergewicht. Das Cyanid-Ion ist das stärkste anorganische Gift. Blausäure wird aus Methan (CH4) und Ammoniak (NH3) hergestellt. Es entsteht auch bei verschiedenen Verbrennungsprozessen, so dass auch hier höchste Vorsicht geboten ist. Eingesetzt wird es zur Bekämpfung von Schädlingen.

Kaliumcyanid (Zyankali) und andere Salze der Blausäure: Kaliumcyanid ist ein Cyanid und das wohl bekannteste Salz der Blausäure. Es hat die chemische Formel KCN. Bei Zimmertemperatur ist Kaliumcyanid ein weißes Pulver das in Kristallen vorliegt. Bei 120 mg beginnt für den Menschen die tödliche Dosis. KCN löst sich gut in Wasser unter Bildung von Blausäure (HCN) und Kaliumhydroxid (KOH). In Alkoholen löst es sich eher schlecht. Die meisten Säuren reagieren mit KCN unter Bildung von Blausäure. Interessant ist es deshalb, weil im Magen KCN mit der Salzsäure aus dem Magensaft reagiert. Dabei entstehen Blausäure (HCN) und Kaliumchlorid (KCl). Erst jetzt kann die Blausäure dissoziieren und daher dauert es, bei einer Einnahme von Zyankali, länger bis sich die Vergiftungssymptome zeigen, anstatt bei einer direkten Einnahme von Blausäure. Aufgrund dieser Reaktion ist es klar, dass Kaliumcyanid genauso wie Blausäure wirkt. Auch andere Alkalimetalle bilden zusammen mit Blausäure Cyanide. So gibt es beispielsweise auch Natriumcyanid (NaCN) oder Rubidiumcyanid (RbCN). Heute wird es aus der Neutralisation von Blausäure (HCN) mit Kaliumhydroxid (KOH) gewonnen. Man verwendet es vor allem für die Cyanidlaugerei. Dabei entstehen Verbindungen zwischen Gold bzw. Silber und Cyanid.

Phosgen: Phosgen hat die chemische Formel COCl2. Es ist ein farbloses Gas und schon bei 7 Grad Celsius wird es flüssig. Es ist eine wichtige Chlorverbindung und wurde neben Chlor selbst im 1. Weltkrieg eingesetzt. Das gefährliche an Phosgen ist, dass es mit dem Wasser in der Lunge zu Salzsäure (HCl) und Kohlenstoffdioxid (CO2) reagiert. Dieser Vorgang dauert so lange, dass die Wirkung von Phosgen erst nach einigen Stunden einsetzt. Atemschwierigkeiten gehören zu den ersten Symptomen. Es kommt zu schweren Verätzungen im Körperinneren und infolgedessen zu einem Lungenödem und schließlich zur Erstickung. Es ist daher ein hochgefährliches Gift. Phosgen wird durch die Reaktion von Kohlenstoffmonoxid (CO) und Chlor (Cl2) hergestellt. Phosgen dient zur Herstellung verschiedener organischer Verbindungen.


Ammoniak und Ammoniumsalze


Ammoniak hat die chemische Formel NH3. Es hat einen Schmelzpunkt von -78 Grad Celsius und einen Siedepunkt von -33 Grad Celsius. Bei Zimmertemperatur ist es also gasförmig, aber schon unter einem Druck von 8 bar wird es flüssig. Ammoniak ist farblos und hat einen stechenden Geruch. Ammoniak löst sich gut in Wasser, aber auch in vielen organischen Flüssigkeiten (Alkohole). Reines Ammoniak ist ätzend und gesundheitsschädlich. Gegenüber Wasser wirkt Ammoniak als Base, da es ein Proton vom Wasser aufnimmt. Somit entsteht das NH4+-Ion. Ammoniak in Wasser gelöst nennt man Ammoniakwasser oder auch Salmiakgeist. Ammoniak wird seit 1913, durch die Firma BASF, nach dem Haber-Bosch-Verfahren, großtechnisch hergestellt. Längeres Einatmen von Ammoniak kann zum Tode führen. Ammoniak ist industriell gesehen ein sehr wichtiger Stoff, denn er dient als Ausgangsstfoff für viele andere Stoffe. Vor allem werden daraus Stickstoffdünger hergestellt, aber auch Blausäure. Ein bekanntes Ammoniumsalz ist Ammoniumchlorid (NH4Cl). Es wird auch Salmiaksalz genannt. Es wird in der Photographie verwendet wie auch Ammoniumbromid (NH4Br). Salmiaksalz wird auch als Hustenmittel verwendet. Ammoniumnitrat (NH4NO3) ist auch ein wichtiges Ammoniumsalz. Es bildet weiß Kristalle. Heute wird es auch als Dünger benutzt, aber früher war es ein sehr wichtiger Sprengstoff.


Quarz


Bergkristall Amethyst

Quarz ist ein sehr interessanter Stoff und daher beschreibe ich ihn in einem eigenen Kapitel. Quarz hat die chemische Formel SiO2 und heißt somit Siliciumdioxid. Wie bereits bei den Bindungen erwähnt stellt Siliciumdioxid einen Übergang zwischen einer Atombindung und einer Ionenbindung dar. Der Grund ist der, dass Silicium ein Halbmetall ist und Sauerstoff ein Nichtmetall. Die meisten Verbindungen zwischen Metallen und Nichtmetallen sind Ionenbindungen. Da wir es hier jedoch mit einem Halbmetall zu tun haben ist die Bindung zwar sehr stark polarisiert, aber nicht so stark, dass der Sauerstoff dem Silicium Elektronen entziehen könnte. Es bilden sich also keine Ionen. Stoffe dieser Art haben besondere Eigenschaften und werden als diamantähnlich betrachtet. Siliciumdioxid zeichnet sich daher durch einen Schmelzpunkt von 1710 Grad Celsius aus und besitzt einen Siedepunkt von 2230 Grad Celsius. Aufgrund dieser hohen Temperaturresistenz setzt man Quarzglas ein, wenn es darum geht hohen Temperaturen standzuhalten. Der andere Vorteil ist die hohe Säureresistenz, die für eine chemische Verbindung außergewöhnlich ist. Man kann alle Säuren in Quarzglas aufbewahren bis auf Flusssäure (HF). Flusssäure ist ein Halogenwasserstoff und somit ist es der Salzsäure (HCl) sehr ähnlich. Darüber hinaus besitzt Siliciumdioxid auch einen sehr kleinen Ausdehnungskoeffizienten. Das bedeutet, dass es sich bei Temperaturerhöhungen sehr wenig ausdehnt. Das hat z. B. zur Folge, dass bei plötzlicher sehr starker Erwärmung ein Quarzglas nicht kaputt geht wie normales Glas. Reines Quarz ist darüber hinaus farblos und durchsichtig. Besonders beliebt ist es als Mineral, da es besonders schöne Kristalle ausbildet. Diese haben immer sechs Seiten und an einer Stelle gibt es dann einen Knick und diese sechs Seiten laufen aufeinander zu, so dass die Kristalle oben spitz sind. Mineralogisch gesehen gibt es sehr viele Varianten von Siliciumdioxid, die Sie sich auf der Mineralien-Homepage anschauen können. Reines Quarz ist der Bergkristall. Neben diesem gibt es jedoch auch Quarze mit Beimischungen, wie z. B. Amethyst (violett), Citrin (gelb), Rauchquarz (braun) und Milchquarz (undurchsichtig weiß). Die drei ersten Mineralien sind durchsichtig. Es gibt auch noch andere Varianten die jedoch aufgrund der Beimischungen nicht so symmetrisch wachsen, sondern amorph sind.

Autor und Webmaster: Lukas Czarnecki

Falls Sie Fragen oder Anregungen zum Thema Anorganische Chemie haben können Sie mir unter folgender Adresse eine E-mail schicken:
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Letze Änderung: 15.12.2004